Laut Medien: Nagelsmann wertete "Dachschaden"-Frage als Beleidigung

Julia Nagelsmann äußert deutliche Kritik an der Gewalt im Fußball und verweist darauf, dass der Sport kein rechtsfreier Raum sei.

Das sportliche Tief und die andauernden Spekulationen um seine Zukunft haben Trainer Julian Nagelsmann vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim offenbar ziemlich dünnhäutig gemacht. Laut der Bild-Zeitung wurde der Coach am Samstag beim 1:2 (0:2) im Punktspiel bei Schalke 04 in der Hitze des Gefechts vom verletzten Schiedsrichter-Assistenten Robert Schröder "lediglich" gefragt, ob er einen "Dachschaden" habe.

Dass Nagelsmann daraus den Vorwurf der Beleidigung abgeleitet hat, erscheint vor allem angesichts des Verhaltens vieler Trainer an der Seitenlinie ziemlich übertrieben. Wahrscheinlich ruderte der "Trainer des Jahres" deshalb bereits am Sonntag zurück. Dennoch hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den 30-Jährigen schriftlich gebeten, seine Vorwürfe zu präzisieren.

Nagelsmann: "Thema für mich erledigt"

"Am Morgen danach, mit Abstand und Ruhe, ist die Aufregung verflogen und das Thema für mich erledigt. Es wird immer wieder passieren, dass an der Seitenlinie unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen", wurde Nagelsmann auf der TSG-Homepage zitiert: "Ich wünsche Robert Schröder jetzt vor allem gute und schnelle Genesung. Auf dass er bald wieder an der Seitenlinie stehen kann."

Laut der Bild habe Nagelsmann während der Partie den gerade zu Boden gegangenen Schröder zweimal verbal bedrängt, weil er einen Freistoß für seine Mannschaft haben wollte. Daraufhin reagierte Schröder, der kurz darauf wegen seiner Verletzung ins Krankenhaus musste, ungehalten: "Das erkläre ich doch gerade dem Schiedsrichter. Oder haben Sie einen Dachschaden?"