Lauda tobt: "Wieder in die Steinzeit zurückgefallen"

Niki Lauda ist TV-Experte und Aufsichtsratschef bei Mercedes

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat den Großen Preis der USA in Austin gewonnen, der Kampf um den WM-Titel ist nach dem zweiten Platz von Ferrari-Star Sebastian Vettel aber noch nicht entschieden.

Für Aufregung sorgte ein gewagtes Überholmanöver von Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Dieser hatte sich kurz vor Schluss an Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen vorbeigeschoben, dabei aber mit allen vier Rädern die Strecke verlassen.

So konnte sich der Niederländer nur kurz über Platz drei freuen, bevor er von der FIA eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam, die ihn auf Rang vier zurückwarf.


Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda und Red Bulls Motorsportkonsulent Dr. Helmut Marko konnten diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen und wetterten gegen die FIA.

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky und der Siegerehrung zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes, 1. Platz): "Ich liebe diese Strecke, ich glaube, es ist jetzt meine Lieblingsstrecke. Ich fühle mich großartig. Es war ein unglaubliches Jahr, das Auto hat sehr viel Spaß gemacht. Ich hätte nicht erwartet, dass wir hier so eine tolle Pace haben. Jetzt haben wir noch drei Rennen und die gilt es zu gewinnen."

Sebastian Vettel (Ferrari, 2. Platz): "Es hat gut angefangen mit dem Start. Ich habe dann versucht, den Lewis ein bisschen rauszudrücken, aber die anderen waren wohl zu weit weg und konnten nicht reagieren. Dann habe ich versucht eine Lücke aufzureißen. Aber mein Rhythmus war nicht schnell genug und das hat heute den Unterschied ausgemacht. Wir sind ziemlich schnell durch die Reifen gefahren, ich hatte beim ersten Satz sogar ein bisschen Blasen am linken Vorderreifen. Dann mussten wir relativ früh reagieren, dann wurde es nochmal eng beim ersten Stopp. Im Idealfall wären wir natürlich lieber vorne gewesen und hätten das Rennen von dort diktiert, aber da war der Speed nicht da. Alles in allem bin ich natürlich nicht zufrieden."


Kimi Räikkönen (Ferrari, 3. Platz): "Es war schon enttäuschend kurz nach dem Rennen, bin froh, dass ich nicht Vierter geworden bin, aber es gab das Problem mit Max. Mein Auto war sehr gut über das gesamte Rennen. Ich habe mich ganz wohlgefühlt und konnte ranfahren am Ende. Das Auto lief wirklich gut."

Max Verstappen (Red Bull, 4. Platz): "Die Strafe ist sehr ärgerlich. Als ich mit Bottas gekämpft habe, hat er meines Erachtens genau das gleiche gemacht. Später hatte ich an dieser Stelle auch das Überholmanöver, mache das gleiche mit Kimi und bekomme dafür eine Strafe. Das ist komisch. Das ganze Rennen war sehr poitiv. Die letzten drei Rennen waren wir sehr schnell. Heute waren wir genauso schenll wie Lewis, das ist natürlich positiv."

Pascal Wehrlein (Sauber, ausgeschieden): "Der Magnussen ist mir komplett in die Seite reingefahren, hat die Kurve nicht bekommen. Dadurch ist mein Unterboden weggeflogen und ich musste das Rennen aufgeben. Das ist schade, wir waren hier so gut wie lange nicht mehr. Ich war auf den harten Reifen unterwegs und wir wollten nur einmal stoppen. Aber es gibt halt Fahrer, die in der 1. Runde glauben, dass sich das Rennen hier entscheidet und zu viel Risiko eingehen."


Niki Lauda (Aufsichtsrat Mercedes): "Glückwunsch an unser Team zur vierten Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Das Geheimnis ist, dass sie wie ein gutes Puzzle zusammengestellt wurden, wo ein Teil ins andere greift. Der vierte Titel war der Schwierigste bis jetzt und es war eine super Leistung. Lewis hat von Anfang an gewusst, was er tut, auch wenn der Start nicht ganz gelungen ist. Bottas hatte Probleme und für seinen Reifenverschleiß wären zwei Stopps besser gewesen. Verstappen war heute in Hochform, wie weit der nach vorne gekommen ist. Wir sind nun auf dem besten Weg, den Fahrertitel zu gewinnen."

... zu Verstappens Strafe: "Das hat im letzten Jahr begonnen, dass die Stewards alles bestraften. Dann hatten wir ein langes Meeting mit Charlie Whiting (Rennleiter, Anm. d. Red.), in dem wir sagten: 'Lasst die Rennfahrer Rennfahrer sein und mischt euch nicht sein.' Es war ein normaler Überholvorgang. Dass man ihn dafür bestraft, ist eine Sauerei. Rennfahrer sollen Rennfahrer sein und die da oben sollen sich nicht ständig einmischen. Deshalb verstehe ich nicht, warum wir wieder in die Steinzeit zurückgefallen sind. Wir müssen so schnell wie möglich mit Charlie reden und ihm sagen, dass das schlecht für den Sport ist."

Dr. Helmut Marko (Motorsportkonsulent Red Bull): " Es gab x-andere Vorfälle, die auch von der Strecke weg waren. Wir wollen doch spannende Rennen sehen. Solche Entscheidungen zerstören den Sport. Das war ein sensationelles Rennen und eine sensationelle letzte Runde. Wenn man Paragrafen reiten will, dann gratuliere - bestens gelungen. Wenn die Verantwortlichen nicht sehen, was sie da anrichten, hat das alles keinen Sinn. In der letzten Runde sieht er (Verstappen, Anm. d. Red.) die Chance und nützt sie. Wenn wir das nicht wollen, können wir gleich PlayStation spielen." (auf Verstappens Strafe angesprochen)