Lauda steigt in den Bieterwettbewerb ein

Luftfahrtunternehmer Niki Lauda prüft einem Bericht zufolge die Übernahme seiner früheren Fluglinie Niki. Am Dienstag soll er in Berlin bereits „konstruktive Gespräche“ mit dem Insolvenzverwalter geführt haben.


Der österreichische Luftfahrtunternehmer Niki Lauda nimmt den Bieterwettbewerb um Air Berlin auf. Der Österreicher prüft eine Übernahme seiner ehemaligen Airline Niki, die an die mittlerweile insolvente Air Berlin vor Jahren verkauft wurde. „Ab Mittwoch prüfen wir im Datenraum die Zahlen von Niki und rechnen alles durch“, sagte Lauda dem Wiener Boulevardblatt „Österreich“ (Mittwochsausgabe).

Am Dienstag führte er in Berlin nach eigener Aussagen ein „sehr gutes, konstruktives Gespräch“ mit dem Insolvenzverwalter. „Mitte, Ende September sollte es Klarheit geben. Dann kann ich sagen, was machbar ist“, sagte der Gründer von Niki. Er sprach von einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen, um eine Entscheidung zu fällen.


Damit kommt der Wiener Airline-Betreiber dem Marktführer Lufthansa in die Quere. Der Dax-Konzern gilt weiter als Favorit bei der Zerlegung von Air Berlin. Die Frankfurter haben zudem die Unterstützung der Bundesregierung. Air Berlin kann nur wegen eines staatlichen Kredits von 150 Millionen Euro den Flugbetrieb aufrechterhalten. Der politische Rückenwind aus Berlin ist Lauda ein Dorn im Auge. „Je geringer die Konkurrenz, umso höher die Preise“, sagte Lauda zuvor bereits dem Handelsblatt.

Der 69-Jährige warnt eindringlich vor einem Quasi-Monopol der Lufthansa in Deutschland und Österreich. „Ein deutscher Champion wird natürlich nicht gebraucht, wenn er den Wettbewerb einschränkt.“ Auch Ryanair-Chef Michael O'Leary und der fränkische Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl hatten scharfe Kritik geübt.


Der dreifache Formel-1-Weltmeister Lauda, der vor allem als Mercedes-Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams im Rampenlicht steht, ist seit Jahrzehnten im Luftfahrtgeschäft unterwegs. In der Nähe des Wiener Flughafens betreibt er seine Privatjetairline Lauda Motion. Die im vergangenen Jahr gegründete Firma betreibt 17 Flugzeuge, die von 84 Mitarbeitern betreut werden.

Wie bereits bei Niki erzielte Lauda bei seiner neuen Firma schon im ersten Jahr einen Gewinn. Seine Wiener Firma erzielte Erlöse von 38 Millionen bei einer Umsatzrendite von drei Prozent. In diesem Jahr soll die Lauda Motion die Umsatzgrenze von 40 Millionen Euro überspringen.
Die hundertprozentige Air-Berlin-Tochter Niki war von Lauda bereits im Jahr 2003 aus der Taufe gehoben. 2011 verkaufte der Österreicher seine Airline an die damals stark expandierende Air Berlin. Seine erste Fluglinie Lauda Air hatte der Luftfahrtunternehmen an die spätere Lufthansa-Tochter Austrian Airlines verkauft, die bereits seit 1997 beteiligt war.