Lauda: "Ich bin natürlich ein Ferrari-Fan"

Niki Lauda outet sich als Ferrari-Fan

Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda hat zugegeben, Anhänger des größten Rivalen der Silberpfeile in der Formel 1 zu sein.

"Ich bin natürlich ein Ferrari-Fan. Wie jeder ein Ferrari-Fan ist, der die dortigen Emotionen kennt und spürt", sagte Lauda der Schweizer Zeitung Tages-Anzeiger, schränkte jedoch ein: "Gerade deshalb aber ist es mir eine ganz besondere Freude, wenn wir sie schlagen können."

Lauda kritisiert Halo

Anders als Scuderia-Pilot Sebastian Vettel ist der Österreicher jedoch großer Gegner von Halo, dem Cockpitschutz, der zur Saison 2018 eingeführt wird.


Der auf Grund seiner Optik "Heiligenschein" genannte Bügel schütze den Kopf des Fahrers nicht zusätzlich. "Denn das Restrisiko ist jetzt schon null. Null! Und jetzt soll auch noch dieses Ding kommen. Für mich ist der Halo ein Rückschritt", erklärte Lauda.

Generell kann der 68-Jährige der Sicherheitsdebatte nicht viel abgewinnen. Der Mythos der Königsklasse werde dadurch reduziert. "Die Frage ist, ob es im allgemeinen Interesse ist, dass wir alle in einen Sicherheitswahn verfallen, weil wir Angst ­haben vor Klagen. Irgendwann zerstören wir den Mythos Formel 1", fügte Lauda hinzu.

Einblicke zu schwerem Unfall

Das Verletzungsrisiko könne man nicht komplett tilgen. "Jeder Fahrer muss wissen, dass es eine Gefahr gibt. Wie zu meiner Zeit. Und dann muss er entscheiden: Zähle ich zu den Menschen, die das auf sich nehmen, oder nicht?" so Lauda, der 1976 bei einem Unfall in der Formel 1 fast ums Leben gekommen wäre, weiter.

Nahezu exakt 41 Jahre nach seinem heftigen Crash am Nürburgring sprach er humorvoll über das prägende Ereignis. "Natürlich" werde er immer wieder daran erinnert: "Jedes Mal, wenn ich aufstehe und in den Spiegel schaue, sehe ich, dass ein Ohr fehlt."

Zudem gewährte er Details seines Umgangs mit dem Unfall. "Die Belastungen für Körper und Kopf wurden so gross, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, ich würde in ein tiefes Loch fliegen. Es war aber ein angenehmer Flug. Ich dachte: Oha, jetzt stirbst du also. Da habe ich angefangen, aktiv den Ärzten zuzuhören, um von diesem – wenn auch angenehmen – Gefühl wegzukommen. Den Arzt von damals habe ich letztes Jahr in ­Hockenheim getroffen. Er sagte, meine Stärke war, dass ich nicht in Ohnmacht fiel. Denn wenn da oben (tippt sich an die Stirn) ausgeschaltet ist, dann ist man nur noch von Maschinen abhängig", sagte Lauda.