„Late Night Berlin“: Heufer-Umlauf kommt nach durchwachsener Premiere in Fahrt

Zum zweiten Mal ging die neue Talkshow „Late Night Berlin“ mit Heufer-Umlauf über die Bühne. (Bild: ProSieben/Claudius Pflug)

Nach einer holprigen Premiere von „Late Night Berlin“ letzte Woche führte Talkmaster Klaas Heufer-Umlauf Montagabend durch eine deutlich sehenswertere zweite Show – und legte im Vergleich zur Vorwoche in fast jeder Hinsicht eine Schippe drauf.

„Wir haben es geschafft, es gibt eine zweite Sendung“,  scherzte er und thematisierte gleich zu Beginn launig die Wiederwahl des russischen Staatschefs Wladimir Putin. Waren seine Witze in der Vorwoche noch sehr bemüht und hölzern, schien sich der Moderator beim zweiten Durchlauf schon deutlich wohler zu fühlen – er wirkte wesentlich lockerer. Auch die Gag-Autoren leisteten bessere Arbeit.

Eines der frühen Highlights der Sendung: das Rapvideo „Smart Home Hurensohn“ der „101 ASSIstentenbande feat. Klaas Heufer-Umlauf“. Darin rappte der Moderator (der laut eigenen Angaben gar nicht rappen kann) im Duett mit Sprachassistenz-Systemen à la Alexa. Das Rap-Video ist als kleiner Seitenhieb an seinen Kollegen Jan Böhmermann zu verstehen, der als „Polizistensohn“ bereits Ähnliches in seiner Show präsentierte. Böhmermann war es schließlich auch, der Heufer-Umlauf letzte Woche mit einem Werbespot beinahe die Show gestohlen hatte und für gefühlt mehr Gesprächsstoff in den sozialen Medien sorgte als die Show-Premiere.

Auf Twitter gab es Lob für die Showeinlage:

Ebenfalls ziemlich lustig: das Helene-Fischer-Quiz. Dabei wurden Ausschnitte der Florian-Silbereisen-Show „Heimlich! – Die große Schlager-Überraschung“ gezeigt, in der der Volksmusikstar seine Lebensgefährtin Helene Fischer interviewt – für die Antworten waren dann Heufer-Umlauf und sein Sidekick, Redaktionsleiter Jakob Lundt, zuständig.

War der Gastspot von Polit-Talkerin Anne Will letzte Woche noch eher überschaubar unterhaltsam, glückte auch dies am Montagabend deutlich besser. Zu Gast: Die Schauspielerinnen Heike Makatsch und Jessica Schwarz, mit denen Heufer-Umlauf eine gemeinsame Vergangenheit hat. „Wir sind alle mit dem harten Holzlineal VIVA in Form geschlagen worden“, erklärte der Moderator über ihre Zeit beim Musiksender und zeigte einen kurzen Zusammenschnitt aus Moderationen der drei.

Auch die musikalischen Gäste konnten sich sehen lassen: Die Hamburger Band Tocotronic spielte den Song „Ich lebe in einem wilden Wirbel“ aus ihrem neuen Album „Die Unendlichkeit“.

Dass ein Late-Night-Format etwas Zeit braucht, um zu funktionieren, ist nur wenig überraschend. Heufer-Umlauf hat es zumindest geschafft, die Schwächen der ersten Sendung zu kompensieren und die Premierenfehler nicht zu wiederholen. Luft nach oben (in Richtung Harald Schmidt) ist noch reichlich vorhanden – aber die zweite Folge bewies, dass es zumindest definitiv in die richtige Richtung geht.

Auch auf Twitter fanden viele User lobende Worte für Heufer-Umlaufs zweite Show: