Lkw mit 50 irakischen Flüchtlingen in Brandenburg gestoppt

Von Schleusern genutzter Lkw auf der A12

Die Bundespolizei hat auf einer Autobahn in Brandenburg einen Lkw gestoppt, in dem 50 irakische Flüchtlinge geschleust wurden. Der Lkw wurde am frühen Samstagmorgen auf der Bundesautobahn 12 kontrolliert, wie die Bundespolizeidirektion Berlin mitteilte. Auf der Ladefläche entdeckten die Beamten die Flüchtlinge, unter ihnen 17 Kinder. Zwei mutmaßliche Schleuser wurden festgenommen und kamen am Sonntag in Untersuchungshaft.

Der Lkw mit türkischer Zulassung war in Richtung Berlin unterwegs. Die Polizei nahm den 46 Jahre alten türkischen Fahrer fest sowie einen 26-jährigen Syrer, der sich unter den insgesamt 51 Menschen auf der Ladefläche befunden hatte.

Beide wurden am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser folgte der Auffassung der Beamten, dass es sich bei beiden Männern um die Schleuser der Flüchtlinge aus dem Irak handelte, wie die Bundespolizei mitteilte. Der Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an.

Der 26-jährige Syrer verfügt den Angaben zufolge über einen rumänischen Flüchtlingsausweis. Bei seiner Befragung habe er widersprüchliche Angaben gemacht. "Aufgrund einer Reihe weiterer Unstimmigkeiten, mussten die ermittelnden Bundespolizisten davon ausgehen, dass es sich bei dem Mann um einen weiteren Schleuser handelt", hieß es.

Befragungen ergaben, dass die Flüchtlinge etwa eineinhalb bis zwei Tage in dem Lkw verbracht hatten. Auch bei kurzen Zwischenstopps durften sie laut Bundespolizei die verplombte Lkw-Ladefläche nicht verlassen. Bei einem der Flüchtlinge gab es Hinweise auf eine Dehydrierung.

"Dieser Fall zeigt deutlich, wie skrupellos und menschenverachtend die Schleuser vorgehen und ich bin froh, dass sie in Untersuchungshaft gekommen sind", erklärte der Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, Thomas Striethörster.

Bei der Untersuchung des Lkw fanden die Ermittler verschiedene zerrissene rumänische Asylbescheinigungen. Eine Überprüfung ergab, dass ein Großteil der Flüchtlinge bereits Ende August oder Anfang September in Rumänien und Bulgarien als Flüchtlinge erfasst wurden und dort Asylanträge stellten.

Die Flüchtlinge wurden vom Ort der Lkw-Kontrolle an der Anschlussstelle Müllrose nach Frankfurt an der Oder gebracht und dort medizinisch untersucht. Alle stellten laut Bundespolizei in ihren Befragungen Asylanträge und wurden der Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt übergeben.