Last-Minute-Treffer! Hoffenheim dreht Spiel in Mainz

Hoffenheim zelebriert den Last-Minute-Sieg in Mainz

Mark Uth hat eine Energieleistung der TSG Hoffenheim mit dem sehr späten Siegtor beim 1. FSV Mainz 05 gekrönt.

Nach einem Zwei-Tore-Rückstand gewann die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann dank ihres Stürmers am 5. Bundesliga-Spieltag noch 3:2 (2:2) und steht mit elf Punkten exzellent da. (Spielplan und Ergebnisse der 1. Bundesliga)

Danny Latza (5.) und Yoshinori Muto (16.) trafen für den FSV. Nadiem Amiri (23.) und Sandro Wagner (45.+1) waren für Hoffenheim erfolgreich, bevor Uth den Siegtreffer erzielte (90.+2).

Last-Minute-Treffer durch Uth

"Wir sind schlecht reingekommen, haben viele Chancen zugelassen und zwei Tore gefangen. Dann sind wir aufgewacht und haben bis zur letzten Minute an den Sieg geglaubt. Es war ein wenig glücklich, aber wir haben Moral bewiesen", freute sich Uth über die drei Punkte bei Sky.

Trainer Julian Nagelsmann sah es ähnlich. "Die Mannschaft hat eine außergewöhnliche Moral gezeigt - vor allem in Anbetracht der Belastung. Es ging nicht mehr um Taktik, es ging nur noch ums Herz. Für die Zuschauer war es ein ganz tolles Erlebnis", sagte Nagelsmann.

Die Mainzer dagegen waren sichtlich enttäuscht. "Wir hatten beim 2:2 noch mehrere richtig gute Chancen - das 2:3 dann ist die ganze Brutalität des Fußballs", klagte FSV-Sportdirektor Rouven Schröder.

Sehr kritisch äußerte sich Torhüter René Adler: "Unter dem Strich ist es unsere Schuld, weil wir den Sack nicht zumachen. Im Fußball geht es nicht um Leistung, sondern um Punkte."


Starke Gastegeber zu Beginn

Die 23.477 Zuschauer sahen zu Beginn starke Gastgeber, die sich früh durch den Latza-Treffer aus der Distanz belohnten. Schon in den Minuten vor dem Tor hatten die Mainzer, die ohne Abdou Diallo, Niko Bungert, Alexander Hack und Gaetan Bussmann auskommen mussten, großen Druck entwickelt. (Tabelle der 1. Bundesliga)

Auf das frühe Attackieren waren die Hoffenheimer laut Nagelsmann eingestellt. Dennoch wurden die Kraichgauer, bei denen Serge Gnabry, Ermin Bicakcic und der Ex-Mainzer Adam Szalai fehlten, auch nach dem Rückstand weiter in die Defensive gedrängt. Levin Öztunali hätte die Mainzer Führung ausbauen können (11.).


Die Rotation Nagelsmanns bekam den Hoffenheimern zunächst gar nicht. Im Vergleich zum 1:1 vom Sonntag gegen Hertha BSC nahm der "Trainer des Jahres" fünf Veränderungen beim Europa-League-Teilnehmer vor. So saßen unter anderem Spielmacher Kerem Demirbay und Stürmer Andrej Kramaric auf der Bank.

Überraschender Anschluss durch Amiri

Nagelsmanns Kollege Sandro Schwarz tauschte gegenüber dem 0:4 am Samstag bei Bayern München vier Spieler. Aufgrund der Verletzung des Franzosen Diallo war es eine Änderung mehr als gewollt. Dennoch spielten die Mainzer die TSG teilweise schwindelig, der zweite Treffer durch den Japaner Muto nach einer Viertelstunde war folgerichtig. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)


Dass die Hoffenheimer schon kurz darauf nach einer tollen Kombination zum Anschlusstor durch Amiri kamen, war überraschend. Danach waren die Gäste aber voll im Spiel. Lukas Rupp scheiterte in der 30. Minute an FSV-Torhüter René Adler, der Ausgleich in der packenden Partie lag in der Luft.

Es waren allerdings Öztunali und Viktor Fischer auf der Gegenseite, die große Möglichkeiten auf den dritten Mainzer Treffer vergaben (43. und 44.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es dann Wagner, der nach einer Ecke von Rupp per Kopf den schmeichelhaften Ausgleich erzielte.

Wagner trifft zum Ausgleich, tanzt und wird ausgepfiffen

Während seines Jubels wurde er jedoch von den Mainzer Fans ausgepfiffen, was ihn aber eher noch mehr anstachelte. Mit ausgebreiteten Armen drehte er sich mehrfach um sich selbst und grinste in Richtung der Mainz-Fans.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Demirbay, später dann auch Kramaric. Die erste gute Chance hatten aber wieder die Gastgeber durch Daniel Brosinski (49.). Danach passierte zunächst nicht mehr allzu viel. Erst in der 71. Minute prüfte Latza den Hoffenheimer Torwart Oliver Baumann.

Für Uth war es der sechste Treffer gegen Mainz. "Schöne Statistik für mich. Mainz macht Spaß. Wir sind schlecht reingekommen, haben viele Chancen zugelassen, zwei Tore gefangen. Dann sind wir aufgewacht und haben bis zur letzten Minute an den Sieg geglaubt. War ein geiles Spiel zum Schluss. War 50:50, wo fällt der Ball besser runter und wer hat die letzte Chance das Tor zu machen. Ein wenig glücklich, aber wir haben Moral bewiesen. Wir hatten schon viele Spiele in den Knochen und dass wir in der 92. Minute das Tor machen war umso schöner