Laschet warnt vor der Ampel, umgarnt die FDP und kritisiert Röttgen

·Lesedauer: 1 Min.

STUTTGART (dpa-AFX) - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat seinen Mitbewerber im Kampf um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, für dessen Kritik an der FDP attackiert. Die FDP zu beschimpfen halte er für einen fundamentalen Fehler, sagte Laschet bei einem Auftritt vor Abgeordneten der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion am Mittwoch. "Das treibt alle in die Ampel hinein."

Röttgen hatte sich zuvor mit Blick auf die kommende Bundestagswahl kritisch zu einer Zusammenarbeit mit der FDP geäußert. "Auf eine Partei, die mal Lust hat zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

Laschet nannte die Aussagen von Röttgen gefährlich. Er versuche zu FDP-Parteichef Christian Lindner einen Draht zu halten, sagte Laschet. "Es kann der Moment kommen, wo wir sie brauchen." Ein Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP sei ihm lieber als Schwarz-Grün. "Denn wir brauchen auch ein Korrektiv. Deshalb wünsche ich mir für die Bundestagswahl eine starke FDP." Mit den Grünen müsse die CDU bei jedem einzelnen Thema Grundsatzdebatten führen - "erst recht auf Bundesebene mit vielen linken Grünen". Das sei viel schwieriger als eine Koalition mit der FDP.

Laschet warnte besonders eindringlich vor einer Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP. "Das ist das Allerschwierigste: Eine Koalition aus SPD, die das Soziale abdeckt, den Grünen, und der FDP, die dann den Wirtschaftsteil abdeckt - was macht dann noch die CDU dagegen? Das ist die große Gefahr sowohl für Baden-Württemberg als auch die Bundesrepublik Deutschland."

Am Wochenende wird auf einem digitalen Parteitag die Nachfolge von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt. Zur Wahl steht neben Laschet und Röttgen auch Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz.