Laschet und Söder wollen bis Freitag über Kandidatur entscheiden

Arne Delfs
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union haben die beiden Parteichefs von CDU und CSU, Armin Laschet und Markus Söder, angekündigt, sich bis Freitag auf eine gemeinsame Entscheidung zu verständigen.

“Armin und ich haben vereinbart, dass wir uns in dieser Woche abschließend besprechen werden, wie es weitergehen wird”, sagte Söder am Dienstag nach einem gemeinsamen Auftritt vor der Unionsfraktion des Bundestages.

Es gehe niemand “gestärkt oder geschwächt” aus der Fraktionssitzung hervor, sagte Laschet nach dem offenen Schlagabtausch mit dem CSU-Chef. Mehrere Teilnehmer der Sitzung berichteten hingegen, dass sich von den rund 60 Wortmeldungen eine Mehrheit der Abgeordneten für Söder ausgesprochen habe.

Ohne Laschet direkt beim Namen zu nennen, sagte der CSU-Chef nach Angaben von Teilnehmern, dass Umfragewerte, die lange Zeit stabil seien, sich bei einer Wahl nicht mehr grundlegend ändern würden.

Abgeordnete werteten Söders Äußerung als indirekten Angriff auf Laschet, der am Montag angesichts seiner eigenen schwachen Umfragewerte behauptet hatte, dass die CDU in der Vergangenheit niemals auf Umfragen geschaut habe. Er hatte diese als “Momentaufnahmen” bezeichnet.

Im Vorfeld der Sitzung hatten sich bereits eine Reihe von CDU-Abgeordneten zugunsten von Söder geäußert. Eine Abstimmung aller Abgeordneten lehnte Fraktionschef Ralph Brinkhaus aber mit Verweis auf die Geschäftsordnung der Fraktion vor Beginn der Sitzung ab.

Eine Entscheidung für Söder in der Fraktion würde Laschet, der erst vor rund drei Monaten zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, schwer beschädigen, hieß es am Dienstag aus Unionskreisen. Daher solle die Entscheidung der CDU-Führungsgremien akzeptiert und Laschet die Kandidatur angetragen werden. Außerdem verwiesen Laschets Anhänger auf dessen Fähigkeit zu Integration und Ausgleich, was dem CSU-Chef viele absprechen.

Söder hatte am Montagnachmittag nach einer Sitzung seines Parteipräsidiums deutlich gemacht, dass er trotz der Unterstützung der höchsten CDU-Gremien für Laschet an seiner eigenen Kandidatur festhält. Die Union müsse die Entscheidung über ihren Kanzlerkandidaten “in der Breite akzeptiert und akzeptabel machen”, und zwar nicht nur für Funktionäre, sondern auch für Mitglieder, Abgeordnete und Sympathisanten in der Bevölkerung, sagte Söder.

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