Söder hält trotz CDU-Votum für Laschet an Kanzler-Bewerbung fest

Arne Delfs
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Im unionsinternen Machtkampf von Armin Laschet und Markus Söder um die Kanzlerkandidatur ist eine Entscheidung nun doch erst Ende der Woche in Sicht.

CSU-Parteichef Söder machte am Montagnachmittag nach einer Sitzung seines Parteipräsidiums deutlich, dass er trotz der Unterstützung der höchsten CDU-Gremien für Laschet an seiner eigenen Kandidatur festhält. Damit droht der Union in der Kandidatenfrage eine längere Hängepartie.

Die Union müsse die Entscheidung über ihren Kanzlerkandidaten “in der Breite akzeptiert und akzeptabel machen”, sagte Söder vor Reportern in München. “Für alle, und zwar nicht nur für die Funktionäre, sondern auch für die Mitglieder, für die Abgeordneten, und auch für die Unterstützer und Sympathisanten in der Bevölkerung.”

Während das CSU-Präsidium einstimmig eine Kandidatur Söders unterstützte, hatte zuvor die CDU-Führung Laschet ihr Vertrauen ausgesprochen. Er habe sich “sehr gefreut” über die große Unterstützung, sagte der Parteivorsitzende am Montag vor Reportern nach der Sitzung der Parteigremien.

Angesprochen auf seine schlechten Umfragewerte, sagte Laschet, dass die CDU auch in der Vergangenheit nicht auf Umfragen geschaut habe, sondern ihre Positionen auch gegen Widerstand durchgesetzt habe. Der CDU-Chef verwies in diesem Zusammenhang auf seine eigene Erfahrung in Nordrhein-Westfalen, wo er 2017 die Landtagswahl trotz schlechter Umfragen gewonnen hatte und seitdem das Ministerpräsidentenamt innehat.

Zu den Argumenten der CDU-Spitzen habe gezählt, dass man nicht ausschließlich auf die aktuellen Umfragen schielen solle, in denen Söder klar besser abschneidet, hieß es auch bei Teilnehmern der Sitzung. Laschets Fähigkeit zu integrieren und zu seinen Positionen zu stehen werde sich im Wahlkampf auszahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe dagegen erneut klar gemacht, dass sie sich aus dem Streit um ihre potenzielle Nachfolge heraushalten werde.

Söder bezeichnete hingegen die Lage der Union als “sehr ernst” und wies auf deren jüngsten Absturz in den Umfragen hin. In einer “modernen Demokratie” könne es nicht sein, dass “10, 20 oder 30 Personen” eine derartige Entscheidung unter sich ausmachten, sagte er. “Eine breite Mehrheit in der CDU ist wichtig, aber diese breite Mehrheit muss sich auch noch einmal gesamt dokumentieren, nicht nur durch einen Beschluss.”

(Wiederholung vom Vortag)

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