Laschet: Kommen nur im Schulterschluss mit Wirtschaft aus Krise

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BERLIN (dpa-AFX) - CDU-Chef Armin Laschet hat nach dem Kippen der Osterruhe-Regelung die Notwendigkeit eines Schulterschlusses mit der Wirtschaft betont. Laschet erklärte am Mittwoch nach einer Präsidiumssitzung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, an der er als Gast teilnahm: "Politik muss auch zuhören. Das haben wir getan und auf die sachbezogene Kritik der Wirtschaft reagiert. Auch in der Pandemie auf die Stimme der Wirtschaft zu hören ist für die nachhaltige Bewältigung der Situation entscheidend." Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte mehr Tempo beim Impfen.

Nach massiver Kritik und Verwirrung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die geplante Osterruhe-Regelung aus den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen wieder gekippt.

Die deutsche Wirtschaft habe der Politik klar aufgezeigt, dass die Pläne nicht zu unzähligen praktischen Problemen für die Menschen führen dürften, so Laschet. "Somit war es richtig, die angedachte kurzfristige Feiertagsregel zurückzunehmen. Politik muss pragmatisch sein, die Bedürfnisse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ernstnehmen und notfalls Entscheidungen korrigieren."

Der NRW-Ministerpräsident sagte weiter: "Die Pandemie werden wir nur mit den Verantwortlichen in der Wirtschaft erfolgreich bekämpfen, nicht gegen sie. Vor allem werden wir nur im Schulterschluss mit ihnen aus der Krise wieder gut herauskommen. Dafür brauchen wir eine gegenseitige Kultur des Vertrauens."

Dulger erklärte: "Klar ist: Kurzfristig kommen wir nur aus dieser Krise heraus, wenn wir endlich mehr impfen. Wir stehen mit unseren 6000 Betriebsärzten in den Startlöchern und wollen auch so schnell wie möglich damit anfangen." Topthema sei die schlichte Verfügbarkeit der Impfdosen. "Das wird sich die kommenden Wochen ergeben."

Der Arbeitgeberpräsident forderte außerdem eine Post-Corona-Strategie: "Bei der schulischen Bildung sehe ich eine Generation, die faktisch ein Jahr Bildungschancen verloren hat. Die sozialen Folgen dürfen wir nicht unterschätzen." Es sei eine Bildungsoffensive nötig. Daneben sprach sich Dulger für Reformen in den Sozialsystemen aus. Außerdem müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft erhöht werden.