Langzeitstudie enthüllt die größten Irrtümer der Anleger

Unter Anlegern kursieren ein paar gängige Vorurteile. Etwa, dass Gold und Immobilien immer ein guter Tipp sind und man an der Börse eher verliert. Nach einer groß angelegten Studie mit einem Betrachtungszeitraum von über 100 Jahren stimmt das so nicht.

Aktien erwiesen sich als besonders gute Anlage (Bild: AP)

Um herauszufinden, was unterm Strich wirklich Geld bringt, haben Wissenschaftler der London Business School gemeinsam mit Experten der Schweizer Credit Suisse verschiedene Anlageklassen unter die Lupe genommen. Dass sie dabei bis ins Jahr 1900 zurückgingen und für die Studie 23 Länder auf drei Kontinenten in ihre Berechnungen mit einbezogen, macht die Untersuchung, über die zuerst die “dpa“ berichtete, besonders aussagekräftig.

Das erste überraschende Ergebnis: Aktien, die von vielen Anlegern als riskant betrachtet und eher gemieden werden, erwiesen sich auf die Dauer als besonders gute Anlage. Bei einer weltweiten Aktienanlage lag die Rendite seit 1900 bei satten 5,2 Prozent pro Jahr. Die sichereren Anleihen brachten es im selben Zeitraum nur auf 2 Prozent.

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Schaut man sich die letzten 50 Jahre an, verliert auch das viel gepriesene Gold etwas von seinem Glanz. Nur 0,7 Prozent Rendite waren in diesem Zeitraum drin. Glänzen konnten dagegen deutsche Aktien, die, angelegt über 20 Jahre, sogar im schlechtesten 20-Jahre-Zeitraum immer noch knapp 6 Prozent Rendite abwarfen.

Immobilien dagegen, die oft einen Ruf als besonders rentable Anlage genießen, bringen oft mehr Verluste als Gewinne ein. Zwar lagen die jährlichen Erträge seit 1900 immer noch zwischen 2 und 5,2 Prozent – der Wertgewinn der Gebäude beläuft sich aber lediglich auf 1,3 Prozent, fanden die Wissenschaftler heraus. Der überwiegende Teil der Erträge aus Immobilien gehe auf Mieteinkünfte zurück. Rechne man Instandhaltungskosten und Versicherung dazu, kommt man im Schnitt sogar auf ein Minus von 2 Prozent. Besser sieht es nur in beliebten Metropolen aus. Dort können die Zahlen besser ausfallen.