"Zu langweilig": Alonsos hartes F1-Urteil

Die erste Saisonhälfte seit Einführung des viel diskutierten neuen Reglements in der Formel 1 ist absolviert. Fernando Alonso zieht dahingehend ein kritisches Zwischenfazit.

Fernando Alonso hält nicht viel vom aktuellen Zustand der Formel 1.
Fernando Alonso hält nicht viel vom aktuellen Zustand der Formel 1.

Fernando Alonso hat 2021 infolge einer zweijährigen Auszeit sein Comeback in der Formel 1 gegeben.

Auf Anhieb stellte der inzwischen 40 Jahre alte Spanier unter Beweis, dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehört und belegte letztlich Platz zehn in der Fahrerwertung. Dennoch war der Abstand seines französischen Rennstalls zu Mercedes und Red Bull an den meisten Wochenenden riesig. Die umfangreiche Reglement-Änderung sollte 2022 Abhilfe gegen die Dominanz der Topteams schaffen.

Die erhofften Effekte blieben bisher aber aus, weshalb Alonso bei der niederländischen Rundfunkanstalt NOS Alarm schlägt: Die Formel 1 sei in einem gewissen Maße "vorhersehbar", wie es sonst nirgendwo der Fall ist.

Alonso prangert Einseitigkeit der Formel 1 an

Für Alonso ist die Königsklasse des Motorsports daher weiterhin "zu langweilig".

"Es dreht sich alles um Red Bull und Ferrari. Nur Max Verstappen, Charles Leclerc, Carlos Sainz und Sergio Perez können gewinnen. Ich kenne keinen anderen Sport, in dem es so zugeht", sagte der Spanier.

Beispielhaft für die beschriebene Einseitigkeit sei der Großen Preis von Österreich gewesen - ein Rennen ohne Safety-Car-Phase oder eine Rote Flagge.

Dort schaffte es neben Verstappen und den beiden Mercedes einzig Alonsos Teamkollege Esteban Ocon einer Überrundung vom späteren Sieger Leclerc zu entgehen.

Aerodynamik-Konzept verbessert Rad-an-Rad-Duelle

Zur Saisonhalbzeit liegt Verstappen komfortabel an der Spitze der Fahrerwertung.

Hinter den Verfolgern Leclerc, Perez sowie Sainz findet Mercedes mit George Russell und Lewis Hamilton allmählich zur alten Stärke zurück, ehe ein großes Loch zu den Mittelfeld-Teams um Alpine, McLaren und Haas klafft.

Immerhin habe sich das unmittelbare Hinterherfahren im Windschatten eines Konkurrenten laut Alonso verbessert.

"Die Rennen machen jetzt mehr Spaß und mit diesen Autos kann man besser kämpfen. Trotzdem finde ich es zu langweilig, aber das gehört auch zur F1. Es wird immer Teams geben, die schneller sind als andere", erklärte Alonso.

Alonso: "Schlussphase in Silverstone sensationell"

Anfang Juli fuhr Alonso beim Großen Preis von Silverstone zumindest einmal in Reichweite des Podiums.

Gegen Rennende war er sogar Teil eines spektakulären Kampfes mit Perez, Hamilton, Leclerc und Lando Norris.

"Die Schlussphase in Silverstone war sensationell, aber das lag vor allem daran, dass das Safety Car das Feld zusammenhielt", hob Alonso hervor.

Bis zur Rennmitte war der 40-Jährige als Sechster im einsamen "Niemandsland" unterwegs – "nicht sehr aufregend", wie er selbst befand.

Ex-Weltmeister vermisst Podiumsduelle

Alonso stritt nicht ab, dass die Dominanz von Ferrari, Red Bull und Mercedes seine Freude am Formel-1-Comeback ein wenig getrübt hat.

"Natürlich vermisse ich die erbitterten Podiumsduelle", sagte der zweimalige Weltmeister, unterstrich im Zuge dessen jedoch seine weiterhin ungebrochene und hohe Motivation.

Insgesamt sei Alonso "recht zufrieden mit dieser Saison", obwohl ihm die Zuverlässigkeit seines Alpine-Boliden oftmals einen Strich durch die Rechnung machte und viele Punkte kostete.

Der französische Rennstall habe mit den letzten Updates "einen großen Schritt gemacht." Noch seien die drei Top-Teams aber "eine Nummer zu groß", wenngleich sich der „Abstand stark verringert“ hat.

Im Video: Michael Schumacher getoppt: F1 würdigt Fernando Alonso

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.