Die Umsätze im Investmentbankgeschäft sind laut einer Studie das fünfte Jahr in Folge geschrumpft. Der Handel schwächelt vor allem in einem Bereich.

Die Umsätze im Investmentbankgeschäft sind laut einer Studie das fünfte Jahr in Folge geschrumpft. Der Handel schwächelt vor allem in einem Bereich.


Der Niedergang hat 2013 seinen Lauf genommen: Die Umsätze im Investmentbankgeschäft sind seitdem Jahr für Jahr geschrumpft, zuletzt hat sich das Tempo wieder leicht beschleunigt. Das geht aus Daten hervor, die die Londoner Beratungsfirma Coalition veröffentlicht hat.

Demnach haben die zwölf weltweit größten Investmentbanken im vergangenen Jahr 150,4 Milliarden Dollar umgesetzt, vier Prozent weniger als im Vorjahr. Die Rückgänge zuvor fielen mit drei oder zwei Prozent etwas verhaltener aus. Im Jahr 2012 betrugen die Umsätze noch gut 175 Milliarden Dollar.

Es waren vor allem Schwächen im Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen, die die Talfahrt beschleunigten. Das Minus im Vorjahresvergleich betrug elf Prozent. Die Umsätze mit einigen Produkten in dem Handelsbereich, allen voran Rohstoffen, hätten ihr niedrigstes Niveau seit dem Jahr 2006 erreicht, heißt es in der Studie. 2006 hatte das Analysehaus mit der Auswertung der Daten begonnen. Das Rohstoffgeschäft brach 2017 laut Coalition um 42 Prozent ein. Die Umsätze gingen auf 2,5 Milliarden Dollar zurück – nach 4,3 Milliarden Dollar im Vorjahr.



Dabei habe das Jahr eigentlich noch gut angefangen, doch die geringe Volatilität und der schwache Handel hätten dann im zweiten Halbjahr tiefe Spuren hinterlassen, so die Coalition-Experten. Die Institute machten 68 Milliarden Dollar und damit fast die Hälfte ihres Umsatzes mit dem Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Devisen. 2012 waren es noch mehr als 102 Milliarden Dollar.

Auch die Umsätze im Aktienhandel gingen zurück. Das Geschäft mit der Beratung bei Zukäufen und Fusionen sowie mit Börsengängen legte dagegen zu. Der Gesamtumsatz lag im vergangenen Jahr auf dem Niveau von 2015.

Der Verfall im Handelsgeschäft zog auch die operativen Gewinnmargen und die Eigenkapitalrendite in Mitleidenschaft. Diese schrumpfte um knapp einen Prozentpunkt auf 8,6 Prozent. Experten zufolge brauchte es im Investmentbankgeschäft eine Rendite von zehn bis zwölf Prozent, um die Kapitalkosten zu erwirtschaften.

Coalition verfolgt für diese aggregierten Zahlen die Entwicklung europäischer und US-amerikanischer Großbanken. Dazu gehören die UBS, Credit Suisse, Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und JP Morgan. Wie sich die einzelnen Banken genau geschlagen haben, veröffentlicht Coalition in einer Studie im März.