Langlauf: Ringwald geschlagen, Männer unter Norm-Stress

Bei der Weltcup-Premiere in Dresden musste Top-Sprinterin Sandra Ringwald einen Rückschlag hinnehmen, die deutschen Männer geraten derweil im Kampf um Olympia-Normen unter Druck.

Bei der Weltcup-Premiere in Dresden musste Top-Sprinterin Sandra Ringwald einen Rückschlag hinnehmen, die deutschen Männer geraten derweil im Kampf um Olympia-Normen unter Druck.

Sandra Ringwald stützte sich entkräftet auf ihre Skistöcke und starrte leicht ungläubig auf die Anzeigetafel. Viertelfinal-Aus im Sprint bei der Premiere des Dresdner Langlauf-Weltcups und nur Rang 16: Deutschlands Top-Sprinterin war genervt.

"Das ist ziemlich bescheiden gelaufen, würde ich mal sagen", bilanzierte die 27-Jährige. Doch im Vergleich zum deutschen Männer-Team kam Ringwald noch gut weg.

Dennoch war Ringwald angesäuert: "Ich bin natürlich sehr unzufrieden, wie es gelaufen ist." Nach Platz zwölf in der Qualifikation ließ sie sich im Viertelfinale einkeilen und flog mit deutlichem Abstand raus. "Wenn du eine kleine Unachtsamkeit hast, dann bist du einfach hinten drin. Und so war es", sagte Ringwald.

Bei Olympia in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) darf sie sich so etwas nicht erlauben, doch sie gibt sich ohnehin optimistisch. "Ich bin eigentlich gut drauf, fühle mich gut. Ich hoffe einfach, dass ich meine Leistung in anderen Wettkämpfen wieder zeigen kann", sagte Ringwald. Den Sieg bei den Frauen sicherte sich die Schwedin Hanna Falk vor ihrer Landsfrau Maja Dahlqvist.

Wesentlich mehr Grund zur Freude als Ringwald hatte Elisabeth Schicho. Die 26-Jährige vom Schliersee kam als beste Deutsche auf Rang acht und löste ihr Ticket für Südkorea.

Dass sie nach einem Stolperer im Anstieg wie Hanna Kolb (Buchenberg), die in der Endabrechnung auf dem zehnten Platz landete, im Halbfinale gescheitert war, störte sie deshalb gar nicht.

"Sowas passiert immer mal. Deswegen ist das auch nicht bitter. Ich habe zwei super Rennen gemacht", sagte Schicho. Bei den deutschen Männern blieben einmal mehr die Top-Resultate aus. Sieben von acht Läufern hatten die Qualifikation gar nicht erst überstanden, Sebastian Eisenlauer (Sonthofen) schied im Viertelfinale aus und kam in der Endabrechnung auf Platz 16.

Herren ohne Olympianorm

Beim Tageserfolg des italienischen Sprint-Weltmeisters Federico Pellegrino blieben die Herren also wieder einmal die Olympianorm schuldig.

"Für mich selber war das in diesem Jahr mal der erste Schritt in die richtige Richtung. Das ist bitter, aber grundsätzlich geht es in die richtige Richtung", sagte Eisenlauer.

Aber dem Team rennt im Kampf um die Normen mehr und mehr die Zeit weg. Thomas Bing (Rhön) und Distanzspezialist Lucas Bögl (Gaißach) sind bislang als Einzige für Südkorea qualifiziert. Um eine Staffel bei Olympia in Rennen zu schicken, fehlen also noch zwei qualifizierte Athleten.

Der Traunsteiner Jonas Dobler, in Dresden nicht dabei, hat zumindest eine halbe Norm vorzuweisen. Derweil gibt es nur im Dresdner Teamsprint am Sonntag und beim Weltcup am kommenden Wochenende in Planica/Slowenien noch die Chance auf Olympia-Tickets.

Trotz der ersten Lage gibt sich Eisenlauer zuversichtlich. "Es gibt noch eine Chance in Planica. Da nehme ich das gute Gefühl von hier mit. Ich hoffe, dass mir da dann noch irgendwie was gelingt. Die Chancen werden natürlich kleiner, das ist auch klar."

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