Langeweile im ETF-Portfolio? Dieser Turbo-ETF könnte die Rettung sein

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Aktien, Immobilien, Anleihen – so sieht für gewöhnlich ein ETF-Portfolio aus, das mit allem bestückt ist, was der Finanzmarkt zu bieten hat. Doch manchmal wirkt es so, als würde noch etwas Wichtiges fehlen.

Eine geheime Zutat, ohne die das beste 6-Gänge-Menü fad und langweilig schmeckt. Etwas, von dem bereits kleinste Mengen einen Unterschied wie Tag und Nacht bedeuten können.

Wessen ETF-Portfolio unter Langeweileverdacht steht, könnte einen Mangel an Private Equity (privates Beteiligungskapital) haben. Doch Rettung ist bereits zur Stelle! Der iShares Listed Private Equity (WKN: A0MM0N) hat alles, was die Welt des Private Equity zu bieten hat.

Privates Glück

MSCI World, S&P 500, DAX: Das sind die Indizes, auf die sehr wahrscheinlich die meisten Investoren schauen. Doch die beste Rendite ist oft da, wo niemand hinschaut!

Zum Beispiel bei Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Ja, das gibt es! Manche Unternehmen sind und bleiben privat. SpaceX ist ein weltberühmtes Beispiel. Die Raumfahrtschmiede von Multitalent Elon Musk ist seit jeher in privater Hand. Anteile von SpaceX können also nur außerbörslich erworben werden. Schade!

Was man allerdings an der Börse erwerben kann, sind börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften. Die sammeln Kapital bei institutionellen Anlegern oder vermögenden Privatpersonen ein und gehen damit auf Einkaufstour im privaten Sektor.

Meist wird zu diesem Zweck ein Private-Equity-Fonds aufgesetzt, in den dann die Anteile mehrerer Zielunternehmen fließen. Das primäre Ziel ist klar: Tief kaufen, hoch verkaufen. Private-Equity-Gesellschaften verfolgen also die gleichen Ziele wie jeder Wald-und-Wiesen-Investor. Nur eben im privaten Sektor.

Abwarten zählt allerdings nicht zu den größten Stärken dieser Klientel. Gern wird versucht, den Unternehmenswert mithilfe aktiver Beratung und Betreuung zu steigern.

Das kann man mögen oder nicht. Fakt ist aber, dass sich viele Investoren auf börsennotierte Unternehmen fokussieren. Unternehmen in privater Hand dürfte die Masse der Investoren sicher nicht auf dem Radar haben.

Manche werden jetzt denken: Zu Recht, wer kennt sich mit so was schon aus?! Ich denke hingegen: Die Rendite ist immer da, wo niemand hinschaut!

Im Paket besonders attraktiv

Zumal man sich als ETF-Investor auch nicht mit geschlossenen Fonds oder Dachfonds mit Mindestinvestitionshöhen herumschlagen muss. Nein, als ETF-Investor bekommt man selbstverständlich ein handverlesenes Paket geschnürt, das man bequemt an der Börse kaufen kann.

Mit dem iShares Listed Private Equity ETF erhält man gleich 63 Positionen aus dem Private-Equity-Umfeld als Paket. Obgleich die Region Nordamerika auch hier (wie so oft) den Ton angibt, geht es in diesem ETF durchaus global zur Sache. USA, Europa, Asien – von überall auf der Welt wurde Private-Equity-Kompetenz eingesammelt (Stand: 14.05.2020).

Die Auswahl liest sich wie ein Gedicht. Unternehmen wie KKR & Co (WKN: A2LQV6) oder Blackstone (WKN: A2PM4W) dürften für viele Investoren keine Unbekannten sein. KKR übernahm vor wenigen Tagen die Mehrheit an Kosmetikspezialist Wella. Blackstone konnte sogar Milliardeninvestor und Börsenlegende Bill Ackman überzeugen. Der meldete vor Kurzem eine brandneue Blackstone-Position in Höhe von 25 Mio. US-Dollar.

2019 erzielte der iShares Listed Private Equity ETF eine Rendite inklusive Ausschüttungen in Höhe von 47,48 %. Der DAX, bei dem die Dividenden in die Kursentwicklung mit einberechnet werden, konnte 2019 eine Rendite von 25,48 % abstauben. Nicht schlecht, aber um Längen schlechter als das, was der ETF mit Fokus auf den privaten Sektor erwirtschaften konnte.

Mehr Rendite, mehr Risiko – sollte man meinen! Doch der iShares Listed Private Equity ETF steht mit einem Minus von 24,63 % im laufenden Jahr nicht viel schlechter da als der DAX mit seinem Minus von 21 % (Stand: 18.05.2020).

Eine kleine Prise genügt völlig

Würde ich 75 % meines ETF-Portfolios mit einem Private-Equity-ETF bestücken? Nein. 50 %? Wieder nein. 25 %? Abermals nein.

Eine Position in einer Größe zwischen 5 und 10 % wäre in meinen Augen ideal. Genug, um die Vorfreude nicht mit einem Überhang an Risiko zu schmälern. In diesen Bereichen lässt sich seelenruhig beobachten, wie sich der Privatsektor durch die Marktphasen schlägt.

Zugegeben: Die Vorjahresrendite des iShares Listed Private Equity ETF weiß zu beeindrucken. Der DAX kann hier nicht mithalten.

Doch am Ende des Tages kann ich mit einem MSCI World oder S&P 500 einfach besser schlafen. Die Spitzenpositionen dieser Indizes kenne ich wie meine Westentasche. Hier weiß ich, was in meinem Depot schlummert. Das ist manchmal langweilig. Aber mit einer Prise Private Equity kommt für meinen Geschmack genug Salz in die Suppe, ohne dass ich Gefahr laufe, mir die Zunge zu verbrennen.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt KKR.

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