Lange Haftstrafen für weiße Südafrikaner wegen versuchten Mordes an Schwarzem

Die beiden Angeklagten vor Gericht

In Südafrika sind zwei Weiße wegen versuchten Mordes an einem Schwarzen zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Weil sie den Schwarzen in einen Sarg gezwängt und damit gedroht hatten, ihn bei lebendigem Leib zu verbrennen, müssen die beiden weißen Farmer für 19 beziehungsweise 16 Jahre ins Gefängnis, wie das Gericht in Middelburg am Freitag urteilte. Jeweils fünf Jahre wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Die beiden Angeklagten, Willem Oosthuizen und Theo Martins Jackson, waren bereits im August in mehreren Punkten schuldig gesprochen worden, darunter versuchter Mord und Entführung. Das Gericht ließ die Argumentation der beiden nicht gelten, wonach sie ihr Opfer, das angeblich Kupferkabel von ihrer Farm stahl, lediglich einschüchtern wollten.

"Das Verhalten der Angeklagten war höchst menschenverachtend und widerwärtig", sagte Richter Segopotje Mphahlele bei der Verkündung des Strafmaßes am Freitag. Überdies hätten beide keine Reue gezeigt. Unterstützer des Opfers aus den Reihen der Regierungspartei African National Congress (ANC) feierten das Strafmaß im Gerichtssaal.

Die Tat, welche von den Angeklagten gefilmt wurde, war bereits im vergangenen Jahr in der nordöstlichen Provinz Mpumalanga begangen worden. In dem Video ist zu sehen, wie einer der beiden versucht, den Deckel des Sargs über dem Schwarzen Victor Mlotshwa zu schließen, der sich heftig wehrt. Sie drohten zudem, Benzin auszuschütten und eine Schlange in den Holzsarg zu werfen. Auf den Videos war auch zu hören, wie Oosthuizen und Martins fragen, ob Mlotshwa "schnell oder langsam sterben" wolle.

23 Jahre nach dem offiziellen Ende des Apartheidsregimes und der Wahl des ersten schwarzen Staatspräsidenten Nelson Mandela ist Rassismus in Südafrika immer noch weit verbreitet.