Landwirte beklagen Flurschäden durch Corona-Ausflügler

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Parkende Autos in Leimen

Abwechslung vom Homeoffice oder Ausgleich für verhinderten Urlaub: Viele Bundesbürger zieht es in der Corona-Pandemie derzeit in die heimische Natur - oft mit dem Auto. Unerwünschte Folgen hat das mitunter für die Bauern, wie der Verein Information Medien Agrar am Donnerstag erklärte. Bundesweit klagten immer mehr Landwirte über die Auswirkungen des Corona-Freizeitverhaltens und über Flurschäden.

So würden Randstreifen von Feldern beim Wochenendausflug als Parkplätze genutzt und es werde querfeldein spaziert. Dass dabei wertvolle Kulturpflanzen geschädigt würden, sei "vielen Menschen nicht bewusst". Viele Ausflügler wüssten nicht, dass in einem vermeintlich brach daliegenden Feld bereits Kulturpflanzen unter der Schneedecke wachsen könnten, etwa Wintergetreide.

Wer diese Äcker jetzt betrete, schädige die Pflanzen und verursache Ernteeinbußen. Auch die Feldränder seien bedroht. Hier könnten ganzjährig Wildpflanzen oder bewusst ausgebrachte Blühmischungen wachsen, die im Sinne der Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag zur Ernährung vieler Insekten leisteten. Wer dort parkt, könne diese Biotope schädigen und damit "die Nahrungsquelle wichtiger Bestäuber beeinträchtigen".

"Seit es in einigen Bundesländern sogar Einreiseverbote für Touristen gibt, wird immer öfter das Bauernland vor der Haustür als Naherholungsgebiet entdeckt", erklärte der Verein. "Leider verhalten sich dabei manche Menschen wenig respektvoll vor der Arbeit der Landwirte." An die Bauern appellierte der Verein, auf Aufklärung zu setzen - etwa mit Schildern am Feldrand.

jm/ilo