Lando Norris: Formel-1-Rennen ohne Zuschauer erinnern an Formel Renault

André Wiegold

Aufgrund der COVID-19-Pandemie sind Fans noch immer von den Formel-1-Rennen 2020 ausgeschlossen. Deshalb fahren die Fahrer aktuell vor leeren Tribünen, was im gesamten Fahrerlager für Wehmut sorgt. McLaren-Pilot Lando Norris vergleicht die ersten drei Grands Prix mit seiner Zeit in der Formel Renault, in der er wegen des geringen Interesses an der Serie oft vor nur wenigen Zuschauern gefahren ist.

Im Jahr 2016 gewann der Brite für Josef Kaufmann den Nordeuropa-Cup der Formel Renault 2.0 mit sechs Siegen. Obwohl auf Strecken wie Monza, Silverstone, Spa-Francorchamps, Nürburgring und Hockenheim gefahren wurde, blieben die riesigen Motorsport-Arenen meist leer. In der Formel 1 würden die Tribünen hingegen beben, müsste die Verbreitung des Coronavirus nicht gestoppt werden.

"Ich habe sie sehr vermisst, ich vermisse die komplette Atmosphäre", sagt Norris, der in den ersten drei Rennen der Formel-1-Saison 26 Punkte und ein Podium geholt hat. "Es fühlt sich an, als würden wir ein Rennen in der Formel Renault bestreiten, weil in der Serie meist nicht viele Fans an der Strecke sind, oder auch wie in der Formel 3, für die auch nicht viele Zuschauer kommen."

Rennfahren statt große Show

Laut Norris ist die Königsklasse aktuell auf die Basics heruntergebrochen, die nur aus Rennfahren bestehen und nicht aus der großen Show für die Fans. "Das ist merkwürdig", meint der 20-Jährige. "Ich glaube, dass manchmal sogar die Ingenieure und Mechaniker die Atmosphäre und die Emotionen der Fans vermissen."

Im August findet in der Formel 1 der Double-Header in Silverstone statt - aufgrund der anhaltenden Pandemie weiterhin ohne Zuschauer auf den Tribünen. Norris muss seine Heimrennen ohne die besondere Atmosphäre in Großbritannien erleben, ein Umstand, der ihn sehr wehmütig werden lässt.

"Es ist noch schlimmer, zu wissen, dass ich zwei Rennen auf meiner Heimstrecke fahren werden, an der es immer großartig ist, wenn alle Fans da sind", sagt er. "Es war eine großartige Erfahrung, im vergangenen Jahr mein erstes Heimrennen zu erleben. Ich bin bei den Campingplätzen gewesen und auf der Fanbühne und das vor tausenden Menschen. Das war einfach nur phänomenal."

Heimrennen geht nur mit den Fans

Dieses Gefühl werde der 20-Jährige während der zwei anstehenden Rennen sehr vermissen, sagt er. "Es sind die Menschen, die es zu einem Heimrennen machen", stellt Norris klar. "Wenn sie nicht da sind, ist es nur ein weiteres Rennen, das im Kalender steht. Ja es ist meine Heimstrecke, wir sind aber wegen der Fans immer so aufgeregt, wenn es um die Heimrennen geht."

"Merkwürdig", das ist das Wort, das Norris nutzt, um die zwei anstehenden Rennen in Silverstone zu beschreiben, bei denen die Plätze auf den Tribünen wieder leer bleiben werden. "Ich freue mich riesig auf den Zeitpunkt, wenn wir die Möglichkeit haben, wieder Zuschauer an der Strecke willkommen zu heißen", schließt der McLaren-Fahrer das Gespräch ab.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.