Landminen an Jesus' mutmaßlicher Taufstätte werden geräumt

Nahe der mutmaßlichen Taufstätte Jesu sollen unzählige Blindgänger entfernt werden. Am Donnerstag begann die gemeinsame Aktion des israelischen Verteidigungsministeriums und der auf Minenräumung spezialisierten Organisation Halo Trust

Nahe der mutmaßlichen Taufstätte Jesu sollen hunderte Sprengsätze entfernt werden. In einer gemeinsamen Aktion wollen das israelische Verteidigungsministerium und die auf Minenräumung spezialisierte Nichtregierungsorganisation (NGO) Halo Trust das Gelände im besetzten Westjordanland von schätzungsweise 2600 Landminen sowie einer unbekannten Zahl anderer Blindgänger befreien, wie Ronen Shimoni von Halo Trust am Donnerstag mitteilte.

Die meisten der Anti-Panzer-Minen hatte Israel nach der Eroberung des Westjordanlands 1967 deponiert, um die Grenze zu Jordanien zu markieren. Neben den Minen liegen im Boden zahlreiche nicht explodierte Geschosse, die teilweise auch von jordanischer Seite stammten.

Auf dem hundert Hektar großen Gelände namens Kasr al-Jahud befinden sich acht Kirchen, in denen damals noch Mönche lebten. Israel schloss die Kirchen schließlich aus Sorge, jordanische Kämpfer könnten sie als Verstecke nutzen.

Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen die Kirchen wieder geöffnet werden. Der Überlieferung nach wurde Jesus einige hundert Meter entfernt am Ufer des Flusses Jordan von Johannes getauft. Der Ort zieht jedes Jahr tausende Pilger aus aller Welt an.

Die Räumarbeiten begannen am Donnerstag an der äthiopischen Kirche. Shimoni sagte, es sei wahrscheinlich, dass die ohnehin bereits stark verfallenen Kirchen durch Explosionen im Zuge der Minenräumung weiter beschädigt würden. Laut Shimoni kostet das Minenräumprojekt etwa drei Millionen Dollar (2,4 Millionen Euro).