Landet Gategroup wieder an der Börse?


Diesmal lautet die Frage nicht „Beef or Chicken?“, sondern „Börse oder nicht?“: Der Airline-Caterer Gategroup liebäugelt mit einem Listing an der Schweizer Börse Six. Das teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Die Meldung kommt überraschend, denn schließlich hatte Gategroup das Parkett gerade erst verlassen. 2016 hatte der chinesische Mischkonzern HNA den Airline-Caterer für 1,5 Milliarden US-Dollar vollständig geschluckt, im vergangenen April wurden die letzten Aktien von der Börse genommen. Wenige Monate später denkt Gategroup wieder über ein Listing nach. Für das merkwürdige Manöver gibt es einen Grund. Der Börsengang würde dem chinesischen Eigentümer frisches Kapital bringen – und das kann HNA offenbar gut gebrauchen.

In den vergangenen Jahren war HNA auf eine rund 50 Milliarden Dollar schwere Einkaufstour im Ausland gegangen. Dabei beteiligte sich der Konzern auch an der Deutschen Bank, an der HNA rund 9,9 Prozent hält. Nun berichten diverse Medienhäuser von Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens. HNA bat offenbar um die Verlängerung von Krediten und prüft, sich von Unternehmen zu trennen.


Ein Börsengang von Gategroup könnte den Chinesen frisches Geld verschaffen. Der Airline-Caterer beschäftigt rund 43.000 Mitarbeiter und beliefert mehr als 300 Airlines mit Verpflegung. Mit dem Gategroup-Börsengang sollen laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters die schweizerischen Großbanken Credit Suisse und UBS betraut worden sein.

Einen erneuten Börsengang von Gategroup dürften die schweizerischen Behörden kritisch beäugen. Denn wegen der ihrer Beteiligung an dem Airline-Caterer bekamen die chinesischen Eigentümer Ärger mit Aufsichtsbehörden in der Schweiz. 50.000 Franken sollen die Chinesen an die schweizerischen Behörden zahlen, weil sie falsche Angaben in einem Wertpapierprospekt gemacht haben sollen.

Im Übernahmeprospekt für Gategroup nannten die Chinesen ihre Aktionäre. Später hieß es, manche Aktien seien von den im Prospekt genannten Personen nur treuhänderisch gehalten worden. Die Schweizer Übernahmekommission wollte es genauer wissen - und fragte bei HNA nach. Am Wochenende hat die Behörde festgestellt, dass mehrere Angaben von HNA „unwahr beziehungsweise unvollständig waren“. Mehrere Aktionäre, deren Papiere von Treuhändern gehalten wurden, hätten demnach ebenfalls namentlich im Prospekt genannt werden müssen. HNA kündigte an, gegen die Entscheidung rechtliche Schritte zu prüfen.