"Das ist mein Land" - Video zeigt Rassismus bei Polizei in Berlin

Die Polizei in Berlin hat Ermittlungen zu einem Video eingeleitet, das einen rassistischen Vorfall bei einer sogenannten Gefährder-Ansprache zeigt. Das schockierende Video - das die Agentur Anadolu bestätigt hat - finden Sie oben eingebettet. Das Landeskriminalamt Berlin ermittelt wegen des Verdachts der fremdenfeindlichen Beleidigung.

"Das ist mein Land, und Du bist hier Gast."

Zu Beginn des 1 Minute 08 langen Videos schreit ein Kind im Hintergrund. Ein Mann wird zu Boden gerungen. Eine Frau brüllt zwei Polizisten an, sie sollten ihr Haus verlassen. Ein Mann in Unterhemd und kurzer Hose sitzt mit offenbar hinter dem Rücken gefesselten Händen auf einer Matratze. Dann sagt ein Polizist zu der Frau: "Das ist mein Land, und Du bist hier Gast." Dabei zeigt der Beamte mit dem Finger auf die Frau. Er trägt schwarze Handschuhe. In ziemlich ruhigem Ton spricht der Polizist weiter mit der Frau: "Halt die Fresse, fass mich nicht noch mal an." Der Mann fleht, der Polizist solle nicht so mit seiner Frau sprechen. "Fass mich nie wieder an, ich bringe Dich ins Gefängnis", sagt der Polizist noch. Wieder ist ein wimmerndes Kind zu hören.

Wie die BZ berichtet, handelt es sich um eine Familie aus Syrien. Die Frau sollte eine Gefährderansprache erhalten - und gegen den Mann soll wegen Schwarzfahrens ein Haftbefehl vorgelegen haben.

Im Polizeibericht heißt es: "Mit Beruhigung der Situation konnte die Gefährderansprache durchgeführt und der bestehende Haftbefehl durch Zahlung des offenen Geldbetrags in Höhe von 750 Euro erledigt werden."

Wirklich beruhigt hatten sich die Beteiligten aber offenbar nicht wirklich. Die Polizeikräfte leiteten Ermittlungen wegen Widerstands, tätlichen Angriffs und versuchter Gefangenenbefreiung ein. Und die Eheleute erstatteten Anzeige wegen Körperverletzung des Mannes und fremdenfeindlicher Beleidigung der Frau. Dabei brachten sie offenbar das Video als Beweis iher Aussagen mit auf die Polizeiwache.

Der Linken-Abgeordnet Niklas Schrader fragt, wie viele ähnliche Vorfälle es gibt, die nicht gefilmt wurden.

Auf Twitter schreibt die Polizei Berlin: "Wir stehen gegen jegliche Form diskriminierenden und menschenverachtenden Verhaltens. Gegen den Kollegen wird strafrechtlich ermittelt. Er wurde unmittelbar in den Innendienst versetzt. Weitere dienstrechtliche Konsequenzen folgen."