Unwetter hält Teile Deutschlands in Atem

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Unwetter hält Teile Deutschlands in Atem

Entwurzelte Bäume liegen in Berlin-Moabit nach Unwetter und anhaltendem Starkregen am Ufer der Spree. Foto: Martin Klostermann

Der starke Regen hat Teile Deutschlands auch in der Nacht weiter in Atem gehalten. Vor allem in Berlin war Land unter. Am Morgen beruhigte sich die Lage. Im Norden und Osten des Landes waren die Schäden weniger heftig als befürchtet. Der Westen und Süden blieben weitgehend verschont.

Stundenlanger Starkregen hatte Berlin und Brandenburg seit Donnerstagmittag heimgesucht. Am Freitagmorgen war die Berliner Feuerwehr weiter im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen abzupumpen, wie ein Sprecher mitteilte. «Ganz allmählich wird es etwas ruhiger», sagte er. Der Ausnahmezustand sollte aber weiterhin bis mindestens bis 8.00 Uhr morgens anhalten. Mit mehr als 600 Berufsfeuerwehrleuten kämpften die Einsatzkräfte am Morgen noch gegen die Wassermassen.

Zumindest was den Verkehr anging, beruhigte sich die Lage in der Hauptstadt aber etwas. Auf der A100 waren nach mehreren nächtlichen Sperrungen am Morgen keine weiteren Störungen bekannt, wie die Polizei mitteilte. Der S-Bahn-Verkehr war ebenfalls ohne Probleme angelaufen. Nur manche U-Bahn-Linien waren wegen Wassereinbruch in Stationen weiterhin unterbrochen.

Am Flughafen Tegel erwartete ein Sprecher am Morgen keine größeren Unterbrechungen im Flugverkehr mehr. Viele Maschinen konnten am Vortag nur eingeschränkt starten oder landen, es gab Verspätungen. Weil die Luftfahrtbehörde das Nachtflugverbot für Tegel aufgehoben hatte, konnten die Maschinen aber abgefertigt werden. Dennoch mussten nach Angaben eines Sprechers etwa 180 Menschen die Nacht auf dem Flughafen verbringen. Ihre Flüge waren komplett gestrichen worden. Der Flughafen Schönefeld war kaum betroffen.

Ein unterspültes Haus im Berliner Ortsteil Charlottenburg musste in der Nacht gesperrt, konnte am Morgen aber wieder freigegeben werden. 18 Bewohner kehrten in ihre Wohnungen zurück, nachdem ein Statiker Einsturzgefahr ausgeschlossen hatte.

In Brandenburg hatte sich die Lage am Freitagmorgen etwas beruhigt. Größere Schäden gab es nicht, wie die Polizei am frühen Freitagmorgen mitteilte. Die Feuerwehr rückte in der Nacht allerdings immer wieder wegen überfluteter Keller und Straßen aus. «Wir gehen davon aus, dass sich das Aufkommen am Morgen wieder erhöht, wenn die Menschen aufwachen und ihre vollgelaufenen Keller entdecken», sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die starken Regenfälle hatten nicht nur Berlin, sondern am Donnerstag auch Norddeutschland heimgesucht. In der Nacht hatte das Unwetter den Norden Deutschlands aber weniger heftig getroffen als befürchtet. In Hamburg sind in der Nacht zum Freitag nach Angaben von Polizei und Feuerwehr durch andauernden Regen mehrere Gullydeckel übergelaufen. Überschwemmungen habe es nicht gegeben. Auch in Schleswig-Holstein fiel heftiger Regen, größere Einsätze verzeichneten die Leitstellen aber nicht.

Stärker betroffen war Mecklenburg-Vorpommern: In Waren mussten die Einsatzkräfte nach Angaben der Regionalleitstelle im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte rund 40 Mal ausrücken. Mehrere Keller standen unter Wasser und einige Straßen waren überschwemmt. In Rostock, Schwerin und Neubrandenburg blieb es trotz anhaltenden Regens überwiegend ruhig.

Betroffen waren zudem manche Teile Niedersachsens. In Hannover musste die Feuerwehr bis zum Morgen rund 185 Mal ausrücken. Einige Straßen waren vorübergehend nicht passierbar, größere Schäden und Notlagen wurden aber nicht bekannt. In Raum Oldenburg war das Dach einer Waschanlage einsturzgefährdet. Einsatzkräfte konnten das verhindern. Rund 50 Mal rückte in der Region die Feuerwehr aus. Straßen standen komplett unter Wasser. Verletzt wurde niemand. Zahlreiche Anrufer meldeten überlaufende Gullydeckel.

Im Westen und Süden Deutschlands war die Nacht hingegen weitgehend ruhig. Die Nacht zum Freitag zwar in Baden-Württemberg und Bayern zwar gebietsweise verregnet; nennenswerte Beeinträchtigungen aufgrund Sturm, Gewitter oder Starkregen waren aber zunächst nicht bekannt. Auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland musste die Polizei zu keinen großen Einsätzen aufgrund des Wetters ausrücken.