Lammert sieht in TV-Duell "wichtige Konfrontation der beiden wichtigsten Bewerber"

Kurz vor der Bundestagswahl hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an die Bürger appelliert, ihr Wahlrecht zu nutzen. Wer von Wahlen nicht Gebrauch mache, "hat mindestens moralisch den Anspruch verwirkt, sich nachher zu beschweren", sagte er

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hält das am Abend anstehende TV-Duell für einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung im Wahlkampf. Das Aufeinandertreffen sei eine "wichtige unmittelbare Konfrontation der beiden wichtigsten Bewerber um das wichtigste politische Amt dieses Landes", sagte Lammert am Sonntag im Deutschlandfunk. Deshalb sei die Entscheidung plausibel, nicht sämtliche Spitzenkandidaten der Parteien mit Aussicht auf Einzug in den Bundestag in einer Runde zu versammeln.

Am Sonntagabend treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in einem 90-minütigen Fernsehduell aufeinander, das von den Sendern ARD, ZDF, RTL und SAT1 live übertragen wird. In ihrem einzigen direkten Schlagabtausch im Bundestagswahlkampf stellen sich Merkel und Schulz den Fragen von vier Moderatoren der beteiligten Sender.

Am Montagabend treffen in einem "TV-Fünfkampf" Vertreter kleinerer Parteien aufeinander. Dabei stellen sich die Spitzenkandidaten von Grünen, FDP, CSU, Linken und AfD den Fragen zweier Moderatoren. Die Teilnehmer sind Cem Özdemir (Grüne), Sahra Wagenknecht (Linke), Christian Lindner (FDP), Joachim Herrmann (CSU) und Alice Weidel (AfD).

Dass der Wahlkampf hierzulande weniger spektakulär sei als in anderen Ländern, hänge damit zusammen, dass sich Deutschland "in einer deutlich besseren Verfassung" befinde als die allermeisten Nachbarländer, so Lammert.