Lambsdorff: Mit Teheran auch über Raketen verhandeln

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BERLIN (dpa-AFX) - Der FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff hat neben einer Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran eine Verpflichtung Teherans auf Verhandlungen über sein Raketenprogramm gefordert. Mit den Atomgesprächen müsse man auch eine Perspektive eröffnen, andere Fragen zu regeln wie die "sehr aggressive Außenpolitik" des Irans, die Israel bedrohe, sagte Lambsdorff am Mittwoch dem Deutschlandfunk.

Lambsdorff erinnerte daran, dass der Iran das Atomabkommen von 2015 erst verletzt habe, nachdem die USA unter Donald Trump daraus ausgestiegen seien. Danach habe Teheran mit der Inbetriebnahme neuer Zentrifugen zur Urananreicherung und anderen Maßnahmen "Verhandlungsmasse aufgebaut", die jetzt auf dem Tisch liege.

Das Abkommen sollte den Iran vom Bau von Atomwaffen abhalten, ihm aber die Möglichkeit der zivilen Nutzung der Kernkraft offenlassen. Es gebe zwei Möglichkeiten, eine atomare Bewaffnung des Irans zu verhindern, sagte Lambsdorff. "Die eine sind Verhandlungen auf diplomatischem Wege (...). Der andere Weg ist eine kriegerische Auseinandersetzung, Israel stand schon öfter bereit, militärisch einzugreifen." Er erinnerte an die Stuxnet-Cyberattacke auf das iranische Nuklearprogramm und die Bombardierung syrischer Reaktoren 2007. "Mir ist der diplomatische Weg, um das Ganze abzuschließen, eindeutig lieber als eine militärische Eskalation."

Washington wie Teheran haben nach Lambsdorffs Einschätzung ein Interesse an den neuen Verhandlungen, die am Dienstag in Wien aufgenommen wurden. Er hoffe, dass es "in den nächsten Wochen" gelinge, mit schrittweisen Zugeständnissen an einen Punkt zu kommen, um Grundlinien zu vereinbaren, die auch das iranische Raketenprogramm einschließen. Er glaube, "dass gerade die deutsche Außenpolitik, die ja die Sicherheit Israels auch immer im Blick haben muss, hier ein ganz besonders Interesse hat und eine ganz besondere Rolle spielen" müsse.