Lambertz redet WM-Debakel schön

Henning Lambertz sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt

Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz hat trotz der schlechtesten Bilanz der WM-Geschichte ein überwiegend positives Fazit für das deutsche Team in Budapest gezogen.

"Die WM macht trotz vieler Stellen, die vielleicht nicht ganz optimal gelaufen sind, Mut für die Zukunft", sagte Lambertz am Sonntag: "Alles ist soweit in Ordnung. Und ganz besonders hell strahlt natürlich die Franzi mit ihrer Silbermedaille."

Doch auch das einzige Edelmetall durch Schmetterling-Schwimmerin Franziska Hentke (Magdeburg) über 200 m konnte einen historischen Tiefpunkt nicht verhindern. Die insgesamt fünf Finalteilnahmen von Budapest - darunter zwei auf nicht-olympischen Strecken - sind nur halb so viele wie bei der bislang schlechtesten WM 2013 in Barcelona, als Marco Koch ebenfalls Silber gewann.

Damals stand Lambertz erstmals bei einem großen Wettbewerb als Bundestrainer am Beckenrand. Beim Olympia-Debakel in Rio kamen Koch und Co. immerhin auf sieben Starts in Endläufen.

Lambertz sieht "harmonisches Miteinander"

Lambertz bezeichnete die Rückschläge als "Schritte auf dem Weg nach Tokio, deswegen will ich die gar nicht so negativ sehen". Als wichtigste Hausaufgabe sah der 46-Jährige "die Wiederholbarkeit unserer Leistung". Die Mehrheit der nur 14 DSV-Starter scheiterte an der Vorgabe, die Zeiten von der DM vor fünf Wochen in Berlin zu bestätigen.

Viel lieber stellte Lambertz die guten Leistungen der WM-Achten Aliena Schmidtke, die auf den nicht-olympischen 50 m Schmetterling zwei deutsche Rekorde erzielte, des WM-Siebten Florian Wellbrock oder der 16 Jahre alten WM-Debütantin Celine Rieder heraus.

Diese hätten sich "fantastisch präsentiert", sagte der Wuppertaler. Die Medaillenhoffnungen Koch und Philip Heintz enttäuschten dagegen.

Dass Heintz auch einen schwelenden Konflikt mit ihm öffentlich machte, wollte Lambertz nicht als generelles Problem ausmachen. Er sehe zwischen sich, den Schwimmern und dem Trainerteam "ein harmonisches und freundschaftliches Miteinander".

Seine Kritiker habe er zur Auswertetagung vom 16. bis 19. September in Hamburg eingeladen. "Sie sind herzlich willkommen, sich dort fachlich mit mir auszutauschen", sagte der Bundestrainer: "Ich bin gespannt, wie viele die Einladung annehmen."