Lahm kritisiert Özil - und wirbt um Verständnis

Philipp Lahm führte das DFB-Team 2014 als Kapitän zum WM-Titel

Philipp Lahm hat sich vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM zwischen Russland und Saudi-Arabien erneut zu Ilkay Gündogan und Mesut Özil in der Causa Erdogan geäußert.

"Ich hätte mir gewünscht, dass sie danach sofort klar Stellung beziehen. Das habe ich ein bisschen vermisst", erklärte Lahm am Donnerstag in der ARD.

Zudem glaubt er nicht, dass Özil "gut daran tut", sein Schweigen fortzuführen. Allerdings warb der Weltmeister-Kapitän von 2014 auch um Verständnis.

"Man muss ihn kennen. Er ist nie der Mann der vielen Worte. Man muss ihm die Zeit geben. Es ist viel passiert in letzter Zeit", so Lahm, der auch auf die gemeinsame Zeit mit Özil verwies.

"Ich habe Mesut über Jahre kennengelernt und mit ihm Fußball gespielt und weiß, was ich an ihm geschätzt habe", führte Lahm fort: "Er war zur richtigen Zeit immer da und Leistung gebracht."

Er betonte, dass das Thema außerhalb der Mannschaft größer sei als im Team selbst. Manuel Neuer sei als Kapitän gefragt, indem er Gespräche sucht. "Ansonsten glaube ich, dass man mit ihnen wieder normal umgeht. Ihre Fähigkeiten in der Nationalmannschaft sind gefragt - auf dem Platz aber auch außerhalb", meinte Lahm.

Der frühere Rechtsverteidger hält es für möglich, dass die Thematik den Teamgeist störe. "Aber ich hoffe es nicht. Man kann aus solchen Situationen auch einen größeren Teamgeist entwickeln."