Lahm erklärt: Nur so gehört Deutschland zu EM-Favoriten

SPORT1
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Die deutsche Nationalmannschaft hat zuletzt den Glanz vergangener Tage vermissen lassen.

Jüngster Eindruck vom DFB-Team ist immer noch die 0:6-Pleite gegen Spanien aus dem vergangenen November. Trotzdem kann die Truppe von Bundestrainer Joachim Löw laut Philipp Lahm im Sommer zu den Mitfavoriten im Kampf um den EM-Titel gehören.

Das Team "habe die Qualität", sagte der ehemalige Spielführer der DFB-Auswahl im Interview mit dem Stern. Der einstige Weltklassespieler verriet auch gleich, was passieren muss, damit aus der zuletzt scharf kritisierten Mannschaft wieder ein Titelanwärter wird.

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"Es wird darum gehen, wieder einen Kern herauszukristallisieren, der diese Elf trägt", sagte Lahm, der vor allem die Führungsspieler in die Pflicht nahm: "Neuer ist noch immer der beste Torwart der Welt. Kimmich und Goretzka haben mit Bayern die Champions League gewonnen; Havertz und Werner spielen bei Chelsea, Kroos bei Real Madrid. Und Gündogan bei Manchester City. Das sind absolute Topclubs. Aber diese Spieler müssen Verantwortung übernehmen auf dem Platz."

Führungsspieler müssten Leistung zeigen und den Rest des Teams mitreißen: "Man muss wieder sehen, dass diese Elf Spaß verströmt, nicht vor Druck gelähmt wirkt. Dass sie Freude hat an dem, was sie tut. Das wollen die Fans wieder sehen. Dann verzeihen sie auch eher Fehler."

Lahm: Diese Spieler sind jetzt entscheidend

Lahm selbst weiß nur allzu gut, wie man bei großen Turnieren einen gewinnbringenden Mannschaftsgeist formt. Zuletzt unterstrich er in diesem Zusammenhang auch die Rolle Löws, mit dem er 2014 Weltmeister wurde.

In seinem Buch "Das Spiel: Die Welt des Fußballs" schrieb der Ex-Bayern-Star: Zu Löws Tugenden gehöre, "dass er ermöglicht und geschehen lässt, was sich auf guten Wegen befindet, ohne künstlich einzugreifen. So hat Jogi Löw in der Nationalmannschaft von 2006 bis 2014 kontinuierlich den Weg frei gemacht für die nachrückenden Führungsspieler Schweinsteiger, Müller, Neuer, Kroos, Boateng und meine Wenigkeit, die dann Verantwortung übernommen haben."

Auf die Entwicklung einer ähnlichen Dynamik hofft Lahm offenbar nun auch vor der EM.

Was für die Anführer selbst im Team entscheidend sei? "Dazu bräuchten die Spieler auch eine andere Ansprache" erklärte er. "Es geht darum: Wie verdeutliche ich ihnen, wie wichtig es ist, was sie hier machen. Dass sie die Spitze einer riesigen breitensportlichen Bewegung sind. Das zu vermitteln ist die Aufgabe der sportlichen Leitung."

Löw müsse sich dafür "nicht neu erfinden, aber etwas anpassen".