„Die Lage ist katastrophal": Auto-Experte Dudenhöffer erklärt, was Deutschland beim Umgang mit E-Autos falsch macht

Marc Steinau
Ladesäule

Wer sowohl die deutsche Automobilindustrie als auch die deutschen Autofahrer verstehen will, kommt um einen Begriff nicht umher: Strukturkonservatismus. Alles soll gerne so bleiben, wie es ist — inklusive der damit verbundenen Verteilung von Macht und Wohlstand. Etwas überzogen könnte man ein schwäbisches Sprichwort verwenden: „I fahr Daimler, und d’Stroß g’hört mir!“ 

Und nun auch noch Sigmar Gabriel: Der Außenminister und ehemalige Wirtschaftsminister warnte die EU-Kommission in einem Brief, auf eine verpflichtende Quote für E-Autos zu verzichten. Mit Erfolg: In ihren neu vorgeschlagenen verschärften Klimaschutzvorgaben findet sich keine verpflichtende Quote für die Mitgliedsstaaten. Von SPD-Parteikollegin und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bekam Gabriel dafür einen Rüffel. „Das ist nicht ok“, sagte Hendricks am Mittwochabend im ZDF.

„Akzeptanz und Vertrauen schaffen“

Gabriels Warnbrief ist symptomatisch für die Lage. In Deutschland gehen diffuse Ängste um, wenn es ums E-Auto geht: Reichweitenangst, zu wenig Ladestationen, Verlust des Status als Autobauer-Nation. Experten sind jedoch der Meinung, dass wenn die Industrie und der Markt für die E-Technologie erstmal da seien, dann liefere die Forschung die besseren Produkte schon von selbst. Diese Haltung vertritt etwa der renommierte Energie-Experte Eicke Weber.

Ferdinand Dudenhöffer sagt, man müsse noch früher ansetzen: bei der Sensibilisierung der Gesellschaft für die E-Mobilität. Der Professor für Betriebs- und Automobilwirtschaft leitet das Center Automotive Research, kurz CAR, an der Universität Duisburg und ist Deutschlands wohl bekanntester Experte auf dem Gebiet. Er fordert: „Wir müssen Akzeptanz und Vertrauen in das Produkt schaffen.“

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