Lage für Flüchtlinge in Bosnien nach Brand von Lager weiter unklar

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Die Flüchtlinge leiden unter den eisigen Temperaturen in Bosnien

Nach dem Brand des ehemaligen Flüchtlingslagers im Nordwesten Bosniens bleibt die Lage für tausende Menschen weiter unklar. Die Flüchtlinge litten am Donnerstag unter eisigen Temperaturen und Schnee, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein Versuch der Behörden, eine neue Unterkunft für die Bewohner des Lagers zu finden, scheiterte an Protesten der bosnischen Anwohner.

Am Dienstag hatten die Behörden versucht, die Flüchtlinge mit Bussen in eine ehemalige Kaserne im Süden des Landes zu bringen. Die Flüchtlinge konnten die Busse an ihrem Zielort jedoch nicht verlassen, da Anwohner dort gegen ihre Ankunft protestierten.

Nachdem sie einen Tag und eine Nacht in den Bussen verbracht hatten, wurden die Flüchtlinge zurück in das abgebrannte Lager nahe der nordwestbosnischen Gemeinde Lipa gebracht. "Leider habe ich gelernt, wie ein Tier zu leben", sagte der 35-jährige Flüchtling Nuha. "Ob sie uns woanders hinbringen oder uns hier lassen, ist mir egal", fügte er hinzu.

Das ehemalige Lager bei Lipa war vor rund einer Woche durch einen Großbrand zerstört worden. Die Infrastruktur des Lagers wurde dabei vollständig von den Flammen vernichtet.

Die Polizei geht davon aus, dass ehemalige Bewohner das Lager anzündeten, um gegen eine Entscheidung der Internationale Organisation für Migration (IOM) zu protestieren. Diese hatte das Lager einen Tag vor Weihnachten geschlossen, da es nicht ausreichend mit Strom, Wasser und Heizwärme versorgt wurde.

Das Lager in Lipa war im April als provisorische Unterkunft eingerichtet worden. In dieser Gegend gibt es nun keine andere reguläre Unterkunft für die Flüchtlinge mehr. Die Polizei erwartete, dass sie sich in die Region von Bihac in Bewegung setzen würden, wo bereits etwa 2000 andere Flüchtlinge in verlassenen Gebäuden hausen.

Die Europäische Union hatte die Lage der Flüchtlinge in Bosnien in der vergangenen Woche als "alarmierend" bezeichnet. Die EU hat dem Balkanstaat seit 2018 insgesamt rund 85,5 Millionen Euro an Hilfen zur Bewältigung der Flüchtlingslage gezahlt.

gap/bfi