Labbadia mahnt: Keine Zeit im Abstiegskampf

Bruno Labbadia muss die Niederlage gegen Leverkusen erst einmal verdauen

Beim Schlusspfiff verzog Bruno Labbadia noch gequält sein Gesicht, eine Stunde später war der neue Trainer des VfL Wolfsburg schon wieder im Angriffsmodus. Nur durch Handauflegen, soviel ist nach nur einem Punkt aus zwei Spielen unter seiner Regie klar, wird der Coach am Mittellandkanal seinen Ruf als Retter aber nicht festigen können.

"Ich kenne die Mechanismen und bin vollkommen auf unsere schwierige Situation eingestellt. Wir müssen viele Dinge besser machen - und das schnell", sagte der 52-Jährige nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen.

Nur noch ganz knapp über dem Strich

Noch stehen die Norddeutschen als 15. punktgleich mit Mainz 05 auf Rang 16 ganz knapp über dem Strich. Aber der 52-Jährige musste feststellen, dass seine Schützlinge, sicherlich nicht vorsätzlich, gedanklich immer noch nicht im Abstiegskampf angekommen sind. Und das nach nur 25 Punkten aus 25 Spielen und lediglich einem Sieg aus den letzten elf Spielen!


Doch dieses Phänomen ist Labbadia alles andere als fremd. Schon einstmals beim Hamburger SV waren ihm die übermäßig traditionsbewussten Hanseaten mit ihrem Gefasel von der glorreichen HSV-Vergangenheit auf die Nerven gegangen. Der Coach fordert Leistung hier und jetzt: "Was irgendwann einmal war, zählt in unserer Situation nicht."

Rebbe kritisiert fehlende Konsequenz

Mannschaften wie Bayer Leverkusen sind sportlich längst enteilt, auch Josuha Guilavogui forderte daher eine klare Konzentration auf das allein wichtige Ziel. "Mainz, Bremen und Freiburg sind unsere direkten Konkurrenten", nannte der Mittelfeldspieler die Rivalen klar beim Namen.

Und die wird man nach Lage der Dinge nicht mit spielerischer Brillanz, sondern nur mit fußballerischen Sekundärtugenden hinter sich lassen können, davon ist mittlerweile auch Olaf Rebbe überzeugt.

Der VfL-Sportchef, wegen seiner umstrittenen Personalpolitik innerhalb und außerhalb des Vereins in der Kritik, machte nach der enttäuschenden Leistung gegen Leverkusen fehlende Konsequenz als Hauptgrund für die sportliche Misere aus.

Leverkusen bleibt auswärts ungeschlagen

"Natürlich ist die Ernüchterung groß. Wir müssen einfach auch 'mal dreckige Punkte holen", sagte Rebbe. Ähnlich frustriert war der Ex-Leverkusener Admir Mehmedi, der sich über sein Anschlusstor in der 79. Minute nicht freuen konnte: "Insgesamt war das zu wenig von uns."

Freuen durften sich hingegen die Gäste, die seit September auswärts ungeschlagenen Rheinländer sind wieder mittendrin im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. "Die Mannschaft hat auf die Heimniederlage gegen Schalke 04 genau die richtige Antwort gegeben", formulierte Trainer Heiko Herrlich, nachdem Lucas Alario (31. Foulelfmeter) und Nationalspieler Julian Brandt (78.) für einen erfolgreichen Nachmittag gesorgt hatten.