Daten zeigen: Das wäre die beste deutsche Innenverteidigung

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Daten zeigen: Das wäre die beste deutsche Innenverteidigung
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Mats Hummels ist zurück in der Nationalmannschaft und feuert damit den Konkurrenzkampf weiter an. 

Denn: Nach der Rückkehr des BVB-Stars zum DFB hat Joachim Löw nun in der Innenverteidigung die Qual der Wahl. 

Der Bundestrainer hat fünf Kandidaten. Die Zahl der Innenverteidiger hängt am Ende davon ab, ob sich Löw für eine Viererkette oder eine Dreierkette entscheidet. Fest steht: Für den Coach wird es vor dem ersten EM-Auftritt gegen Frankreich Härtefälle geben. 

Neben Hummels wollen auch Antonio Rüdiger (Chelsea), Matthias Ginter (Gladbach), Robin Koch (Leeds) und Niklas Süle (Bayern) bei der EM im Defensivzentrum auflaufen. Auch Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann liefen bei RB Leipzig schon innen auf.

SPORT1 macht den Datencheck der Kandidaten, die unterschiedliche Spielertypen sind.

Rüdiger ist das Zweikampfmonster

Das Zweikampfmonster ist Rüdiger. Der Mann, der mit dem FC Chelsea die Champions League gewonnen hat, entschied in seinen 19 Partien in der Premier League satte 74 Prozent der Zweikämpfe für sich. Das ist absoluter Bestwert aller DFB-Kandidaten! "Immer wenn ich Chelsea die letzten Monate gesehen habe, war er überragend. Da kann man von Weltklasse sprechen", ist auch Hummels beeindruckt. 

Diese Quote lässt vor allem Koch alt aussehen. Der Star von Leeds United gewann "nur" 59 Prozent der direkten Duelle.

Kurios: In den Luftduellen ist Süle mit Abstand der schwächste Nationalspieler. Der Bayern-Star war laut Deltatre nur bei 57,9 Prozent seiner Kopfball-Duelle erfolgreich und muss in diesem Bereich zu Hummels mit 75 Prozent aufschauen.

Hummels ist der Spieleröffner

Bei der Spieleröffnung ist Hummels die beste Wahl für Löw. Der BVB-Anführer spielte in der Bundesliga 253 lange Pässe nach vorne. Satte 156 Versuche davon kamen an. Das macht ihm kein DFB-Spieler nach. Nur Süle kommt dort auf eine ähnliche Quote mit 45 angekommenen Bällen bei 72 Versuchen. 

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Überhaupt nimmt Hummels das Heft des Handelns von allen Anwärtern am liebsten in die Hand. Beim BVB kam der Routinier auf 96,8 Ballkontakte pro Partie im Schnitt in der Bundesliga. Während Ginter (80,6), Süle (90,5) und Rüdiger (80,1) mithalten können, ist Koch der klare Verlierer dieser Kategorie. Er kam nur auf 45,2 Kontakte im Schnitt.

Festzuhalten ist aber, dass Koch mit Leeds als Aufsteiger in die Premier League kam und die Mannschaft gegen die Topteams der Liga nicht auf viel Ballbesitz setzte.

Mit Ginter gibt es derweil einen zweiten Innenverteidiger im Kader, der mit dem Ball am Fuß die Initiative gerne übernimmt. 112 Zuspiele bei 245 langen Bällen kamen an. Schlusslicht in dieser Wertung ist erneut Koch. Er versuchte es nur 45 Mal während der Saison in der Premier League. 

Hummels versprüht Torgefahr

Klares Plus für Hummels zudem: die Passsicherheit allgemein. Nur 9,5 Prozent betrug die Fehlpassquote. Das war trotz der vielen Risikobälle einer der besten Werte in der Liga. 

Noch besser war Süle in diesem Feld, nur 8,4 Prozent der Zuspiele fanden nicht den Mitspieler. Aber: Der Bayern-Verteidiger erlaubte sich bei seinen wenigen Fehlpässen teilweise grobe Patzer und verursachte so Gegentore. 

Und auch bei der Torgefahr ist Hummels top. Er hat in seiner 13. Saison in Folge getroffen und stellt mit fünf Saisontoren in der Bundesliga alle in den Schatten. Am nächsten kommt ihm da noch Ginter mit zwei Treffern.

Hummels und Ginter sind die Dauerbrenner

Die beiden Dauerbrenner des Quintetts sind ebenfalls Hummels und Ginter. Während Rückkehrer Hummels in der Bundesliga nur eine Partie zuschauen musste, stand Ginter sogar in allen Begegnungen auf dem Platz und verpasste keine Minute.

Damit haben die beiden Borussen mit Abstand die meiste Spielpraxis. Denn: Koch riss sich im Herbst das Kreuzband, Süle wurde bei Bayern immer wieder durch Verletzungen außer Gefecht gesetzt und war nicht immer gefragt.

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Rüdiger blieb bis Januar nahezu komplett ohne Spielpraxis. Erst nach dem Trainerwechsel von Frank Lampard zu Thomas Tuchel war der Deutsche wieder erste Wahl bei Chelsea. 

Süle ist der beste Sprinter

Seit der Amtsübernahme von Tuchel wurde Rüdiger zur deutschen Mauer. Ein Fakt, der klar für ihn spricht: In der Liga kassierte Chelsea mit seinem Verteidiger nur zehn Gegentore. In elf der 19 Partien blieben die Blues sogar ohne Gegentor. An Rüdiger gab es in den vergangenen Monaten kein Vorbeikommen! 

Damit überragte der Hüne genau in dem Zeitraum, in dem Koch zum Zuschauen verdammt war. Nun hat er sich wieder herangekämpft.

Gegen schnelle Stürmer ist für Löw womöglich Süle eine gute Wahl. Mit einem Topspeed von 34,0 km/h ist er der beste Sprinter der Defensive. Er hängt Hummels mit 32,4 km/h in Sachen Höchstgeschwindigkeit deutlich ab, auch Ginter konnte da nicht mithalten (32,89 km/h).

Fazit: Hummels ist der beste Passgeber und würde das zuletzt vorhersehbare Aufbauspiel der Nationalmannschaft sofort auf ein neues Level heben. Deshalb ist er für Löw eigentlich unverzichtbar. Es scheint, als wäre nur der Nebenmann des BVB-Stars noch offen. Antonio Rüdiger hat mit seiner überragenden Zweikampfbilanz und dem Titel in der Champions League beste Karten gegen seine Hauptkonkurrenten Süle und Ginter. 

"Toni Rüdiger hat bei uns zuletzt immer gespielt. Er ist ein Innenverteidiger auf allerhöchstem Niveau und mit seiner Art und Weise, wie er spielt, für uns ein absolut wichtiger Spieler", sagte Löw zuletzt im Trainingslager in Seefeld.

Robin Koch dürfte im Rennen um einen Platz in der Startelf dagegen krasser Außenseiter sein.

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