Verliert Sané jetzt auch noch seinen Platz?

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Da Joachim Löw vorerst auf eine Dreierkette setzt, fällt in der Offensive ein Platz weg. Leroy Sané könnte darunter leiden, wenn Kai Havertz seine Chance nutzt.

Leroy Sané konnte  sich im Testspiel gegen Dänemark nicht wirklich in Szene setzen. (Bild: Getty Images)
Leroy Sané konnte sich im Testspiel gegen Dänemark nicht wirklich in Szene setzen. (Bild: Getty Images)

Joachim Löw gibt sich geheimnisvoll! Weder wollte der Bundestrainer am Sonntag verraten, was sein bevorzugtes EM-System sein wird, noch sich bei seinen EM-Startelfplanungen in die Karten schauen lassen.

Und doch haben die vergangenen Tage im Trainingslager in Seefeld Einblicke geliefert. Zum einen, dass die Dreierkette der deutschen Elf beim Auftakt gegen Frankreich zu mehr Kompaktheit verhelfen soll und dafür nur drei statt vier Plätze in vorderster Front zur Verfügung stehen werden.

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Zum anderen, dass in der Offensive nur Thomas Müller und Serge Gnabry eine Art Stammplatz-Garantie besitzen. Unter Timo Werner, Leroy Sané und Kai Havertz tobt daher ein heißer Konkurrenzkampf!

Am Montagabend steigt das letzte EM-Testspiel gegen Lettland in Düsseldorf und glaubt man den Eindrücken des Geheimtrainings am Sonntagvormittag, dann wird Champions-League-Held Havertz starten, sein Teamkollege Werner ebenso auf der Bank sitzen wie Sané.

Havertz verdrängt Sané

Der 25 Jahre alte Star des FC Bayern konnte sich gegen Dänemark (1:1) nicht nachhaltig empfehlen. Havertz dürfte nun die Chance bekommen, sich zu zeigen.

In der letzten Einheit in Seefeld setzte Löw auf eine Dreierkette mit Mats Hummels in der Mitte, flankiert von Antonio Rüdiger und Matthias Ginter. Über links kam Robin Gosens, rechts startete überraschend Joshua Kimmich. Im Zentrum spielten Toni Kroos und Ilkay Gündogan und davor Gnabry, Müller und Havertz.

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Zwar betonte Löw, dass die Aufstellung gegen Lettland nicht gleichbedeutend mit jener Elf sei, die gegen Frankreich starten werde. Er sagte allerdings, dass es nur noch "zwei, drei Fragezeichen" in der ersten Elf gibt.

Eines davon steht hinter Sané. Bei ihm wird man den Eindruck nicht los, dass der EM-Hoffnungsträger erstmal auf die Bank muss und sich auf den letzten Metern noch seinen Startplatz wegnehmen lässt - von Havertz!

WM-Ausbootung für Sané "größte Enttäuschung" seines Lebens

Der Chelsea-Rekordtransfer sagte vor wenigen Tagen selbstbewusst: "Ich bin Fußballer. Ich möchte jedes Spiel spielen!" Zudem wirkt Havertz in der Defensivarbeit deutlich konsequenter als Sané, wenngleich ihm Löw und dessen Co-Trainer Marcus Sorg Verbesserungen im Spiel gegen den Ball attestiert haben.

Nur EM-Joker zu sein, dass kommt für den 21-jährigen Havertz ohnehin nicht mehr infrage. Für Sané aber auch nicht, der seine WM-Ausbootung (mangels der richtigen Einstellung) 2018 dieser Tage als "die größte Enttäuschung" seines Lebens bezeichnet hatte.

Über Sané sagte Löw am Sonntagmittag: "Leroy ist immer bereit, von Beginn an zu spielen."

Kontroverse Diskussion um Sané im Doppelpass

Im EM-Doppelpass auf SPORT1 sagte Markus Babbel hingegen: "Er hat für mich noch viel zu wenig Einfluss auf das Spiel. Du siehst das Potenzial. Du hoffst bei ihm immer, dass er explodiert, aber die Explosion hat nicht stattgefunden."

Mario Basler ergänzte: "Bei seiner Qualität, die er hat, zeigt er mir zu wenig."

Löw hat in der Offensive die Qual der Wahl

Auch der Bundestrainer weiß, dass Sané trotz all seiner Veranlagung zu selten sein Potenzial abruft und Spieler wie Havertz und Werner mit den Hufen scharren. Nicht zuletzt aufgrund ihres Triumphs in der Champions League ist ihr Selbstbewusstsein gestiegen. Der Druck auf Löw hat sich dadurch erhöht, denn kann er gleich zwei offensive Final-Sieger auf der Bank lassen?

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In den vergangenen drei WM-Quali-Spiele stand Havertz immer in der Startelf. Gegen Island (3:0) traf er selbst, gegen Rumänien (1:0) bereitete er den Siegtreffer vor. Sané sammelte in den drei Partien noch mehr Spielzeit als Havertz und bereitete zwei Tore vor. Allerdings stand zu diesem Zeitpunkt auch die Rückkehr von Müller noch nicht fest.

Sollte Havertz seine Chance gegen die Letten nutzen, könnte es für Sané jedenfalls eng werden. Löw hat in der Offensive die Qual der Wahl.

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