Löw wird konkret: Das fehlt Brandt

SPORT1
·Lesedauer: 5 Min.

Bundestrainer Joachim Löw war nach dem 1:0-Sieg seiner Nationalmannschaft gegen Tschechien vor allem mit den Leistungen seiner Debütanten zufrieden.

Auch für einen Abwehrspieler hat Löw ein Sonderlob parat. Bei BVB-Star Julian Brandt sieht Löw nach dessen durchwachsenem Auftritt noch Luft nach oben. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL und der Pressekonferenz zusammen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "In der Konstellation werden wir wahrscheinlich nicht mehr zusammenspielen. Trotzdem muss man sagen, dass sich die Jungs echt reingehängt haben und ein intensives Spiel gezeigt haben. Man kann zufrieden sein. In der ersten Halbzeit hatten wir mehr gute Aktionen. Wir haben versäumt, das 2:0 zu machen. In der zweiten Halbzeit sind ein paar Fehler mehr passiert, auch im Spielaufbau. Insgesamt haben wir das 1:0 verteidigt. Man hat gespürt, dass wir den Sieg wollten, daher können wir auch zufrieden sein."

... über die Debütanten Philipp Max, der das 1:0 vorbereitete, und Ridle Baku: "Das freut mich auf jeden Fall. Er (Max, Anm.d.Red.) hat im Training schon einen guten Eindruck gemacht, seine Stärken sind im Spiel nach vorne seine Flanken, auch mal hinter die Abwehr. Das war eine super Aktion von ihm. Auch für Luca Waldschmidt freut es mich, er hat schon gegen die Türkei ein Tor erzielt. Mit den Neuen kann man zufrieden sein. Ridle hat sich bemüht auf der rechten Seite. Philipp war sehr, sehr gut."

... über positive Erkenntnisse: "In der Abwehr hat Robin Koch sehr, sehr abgeklärt gespielt. Er hat viel bereinigt, wenn vorher ein Fehler passiert ist. Er stand sehr gut. In der ersten Halbzeit haben wir mit Ilkay Gündogan sehr viel Spielqualität gehabt. Insgesamt muss man sagen, dass es sehr engagiert war von allen."

Löw über Brandt: "Muss nächste Hürde überspringen"

... über Julian Brandt: "Heute morgen habe ich noch mal ein Gespräch mit ihm geführt. Ich habe ihm gesagt, dass er extrem gute Fähigkeiten hat und dass man von ihm erwartet, dass er noch mal einen Schritt macht. Das Potenzial ist sehr, sehr gut und sehr, sehr groß. Was ihm fehlt, ist die Konstanz über längere Zeit. Wenn er aktiv ist, marschiert und seine Schnelligkeit und Technik ausspielt, dann ist er meistens sehr gefährlich. Daran müssen wir alle noch ein bisschen arbeiten, weil er eine hohe Qualität hat. Die kann unserem Spiel echt helfen. Er muss noch die nächste Hürde überspringen."

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... über fehlendes Selbstbewusstsein: "Ich weiß nicht, ob es am Selbstbewusstsein liegt. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr mit der Konsequenz gespielt, dass wir den Gegner zu Stresssituationen gezwungen haben. Da waren wir manchmal unkonzentriert. In der ersten Halbzeit waren wir besser, in den Kombinationen bis zum Tor, hatten mehr Abschlüsse. In der zweiten Halbzeit war das das Problem, deswegen kam der Gegner auch ein bisschen besser ins Spiel."

... über Kevin Trapp: "Der Ball war schwer zu halten. Aber das hat er klasse gemacht. Das war eine gute Reaktion. Das hat uns am Ende den Sieg beschert."

... über das Länderspieljahr 2020: "Es war schwierig. Diese ganze Geschichte hat uns allen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben uns im ersten Halbjahr nicht gesehen. Im September war es schwierig, weil die Bayern und die Leipziger lange in der Champions League dabei waren. Wir haben dann aus dem Stand heraus die Nations League gespielt. Einige Spieler hatten keinen Rhythmus. Wichtig wäre auf der einen Seite das Einspielen. Auf der anderen Seite müssen wir den Spagat schaffen, weil die Spieler in dieser Saison sehr hoch belastet sind. Die Gesundheit ist wichtig. Wir müssen die Spiele unbedingt nutzen, dass wir uns einspielen. Da gibt es in den nächsten beiden Spielen nicht viele Wechsel." (Spielplan und Ergebnisse)

Debütant Max freut sich, dass er seinen Vater überholt

Philipp Max (Deutschland): "Ich bin sehr froh, glücklich und stolz, dass ich heute mein erstes Länderspiel machen durfte. Das ist ein besonderer Tag für meine Familie und Freunde. Ich habe den Tag trotz der Geisterspielatmosphäre sehr genossen."

... über seinen Vater Martin Max, der einen zehnminütigen DFB-Einsatz in seiner Vita stehen hat: "Nach zehn Minuten habe mal kur auf die Uhr geguckt, da habe ich ihn dann überholt, da war ich sehr zufrieden."

... über Löws Anweisungen: "Er hat einfach nur gesagt, ich soll es genießen, soll Spaß haben und soll das machen, was ich im Verein auch mache, einfach vorne die Situationen gefährlich machen, Bälle vors Tor spielen. Und das ist mir Gott sei Dank auch gelungen."

Ilkay Gündogan (Deutschland): "Ich glaube das war ein guter Test, für diese zusammengewürfelte Truppe auch kein leichter. Wir haben es phasenweise echt gut gemacht, haben echt guten Fußball gespielt, gute Torchancen herausgespielt. Wir haben es verpasst, das zweite oder dritte Tor nachzulegen. Dementsprechend macht man es sich am Ende schwer, weil das Spiel noch eng ist. Dass Fehler passieren, ist ganz normal. Das sollte man auch den Jungspunden, die heute auf dem Platz standen und teilweise ihr erstes Länderspiel gemacht haben, verzeihen können. Am Ende sind wir zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben."

Florian Neuhaus (Deutschland): "Wichtig war heute der Sieg. Die erste Halbzeit war eigentlich ganz gut. Wir haben es verpasst, das zweite Tor nachzulegen. Wir haben ein bisschen zu kompliziert gespielt. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Am Ende steht der Sieg, darauf können wir aufbauen."

... über seinen Pfostenschuss: "Sehr schade, dass der nicht reingegangen ist. Das wäre die Vorentscheidung und wichtig fürs Team gewesen. Aber wir haben es auch so geschafft."

... über die ungewohnte Aufstellung: "Man hat schon gesehen, dass wir so noch nie zusammengespielt haben. Aber wir haben das fleißig am Ende verteidigt."

... über die Nations League: "Wir kennen die Situation, wir wollen auf jeden Fall am Samstag gegen die Ukraine gewinnen."