Löw glücklich: "Das zeigt die Schönheit des Fußballs"

Joachim Löw freut sich für Doppeltorschützen Timo Werner

Nach der 6:0-Torgala im WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen herrscht große Zufriedenheit beim DFB-Team. Bundestrainer Joachim Löw und die Spieler loben vor allem die fröhliche Stimmung in Stuttgart. Besonders Doppeltorschütze Timo Werner ist von seinem Empfang sichtlich bewegt. Die Stimmen von RTL und aus der Mixed-Zone.

Timo Werner: "Wir sind heute von der Emotionalität und Einstellung anders rangegangen als gegen Tschechien, wir haben es von der ersten Minute ernst genommen. Ich glaube, an das System waren wir eher gewohnt, das spielen die Jungs schon viele Jahre. Ich freue mich persönlich, dass ich auch in der Nationalmannschaft in der Häufigkeit treffe. Da macht es umso mehr Spaß. Dass es für mich heute so ausging, habe ich nicht erwartet. Danke an die Fans! Das in der Heimat zu erleben, ist ganz besonders. Das bedeutet mir sehr viel. Es freut mich extrem, dass ich so aufgenommen wurde."

Joachim Löw: "Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, hier in Stuttgart zu spielen. Die Stimmung war toll, das zeigt die Schönheit des Fußballs. Es war das erste Heimspiel seit längerer Zeit, und man hat im Vorfeld schon gemerkt, dass die Fans heiß waren, die Mannschaft zu sehen. Wir haben natürlich auch unseren Teil zu der Stimmung beigetragen mit tollen Kombinationen und Toren. Nach dem Tschechien-Spiel musste ein anderer Spirit her, um vor allem auch im letzten Drittel mehr Wege zu gehen. Heute sind wir gut nachgerückt und wollten die Torabschlüsse."

zu Timo Werner: "Das fand ich gut und auch angemessen. Timo hat hier in Stuttgart als ganz junger Spieler über 100 Bundesligaspiele für den VfB gemacht und einige Tore erzielt, er hat hier drei Jahre alles gegeben. Was passiert ist, fand ich peinlich und völlig überzogen, er spielt für Deutschland und hat in wenigen Spielen schon viele Tore erzielt. Heute war es klasse von Anfang an, alle Zuschauer haben ihn unterstützt. Es war wirklich ein Spaß, hier zu sein."

zu Julian Draxler: "Julian war beim Confed Cup klasse und hat auch im Training einen sehr spielfreudigen Eindruck gemacht. Deshalb hat er heute gespielt."

zum Konkurrenzkampf zwischen Mario Gomez und Timo Werner: "Mario will spielen, aber ich finde es gut und respektvoll, wenn er es Werner gönnt und trotzdem da ist, wenn man ihn braucht. Konkurrenzkampf muss sein, aber auf gutem Niveau.

zu den letzten beiden Qualifikationsspielen in Nordirland und gegen Aserbaidschan: "Es war nicht zu erwarten, dass Nordirland zu Hause gegen Tschechien verliert. Nordirland ist eine Heimmacht auf der Insel, sie haben in der ganzen Qualifikation nur zwei Gegentore bekommen - und die waren gegen uns. Sie haben also in sieben von acht Spielen zu Null gespielt! Jetzt gibt es dort ein Endspiel, sie sind als Zweiter (für die Play-offs) qualifiziert, das wird interessant. Wir werden kein Spiel herschenken."

Mario Gomezzu Timo Werner: "Er wird die nächsten zehn Jahre den deutschen Sturm dominieren und auch in Europa, wenn er so weitermacht. Ich freue mich wahnsinnig für ihn. Wenn wir Weltmeister werden wollen, brauchen wir Timo Werner in dieser Form. Er hat es nicht leicht gehabt und hat trotzdem immer weitergemacht. Ich will mich gar nicht mit ihm vergleichen. Ich habe dem Trainer gesagt, wenn er mich braucht, bin ich da. Ich finde meine Rolle vollkommen okay. Wenn Timo uns zum Weltmeistertitel schießt, bin ich happy."

Julian Draxler: "Wir haben in Tschechien nicht unser bestes Spiel gemacht. Wir haben uns gefreut, vor so einer Kulisse in einem vollem Stadion zu spielen, und wollten den Fans natürlich auch etwas bieten. Daher haben wir von Beginn an gleich losgelegt. Für unsere Spielweise hatten wir natürlich auch einen dankbaren Gegner und mehr Räume als sonst."

zu seiner Situation bei Paris Saint-Germain: "Bei Paris habe ich bisher nur zwei Kurzeinsätze gehabt. Dort gibt es einen Riesen-Konkurrenzkampf, daher war es wichtig für mich, bei der Nationalmannschaft zu spielen und mein Niveau zu steigern. Ich habe das Signal nach Paris gesendet, dass wieder mit mir zu rechnen ist."

zu den Verpflichtungen von Neymar und Mbappe: "Ich freue mich riesig, mit diesen Spielern zu spielen. Ich habe nicht mit dem Gedanken gespielt, den Verein zu verlassen, weil ich mich dem Konkurrenzkampf stellen und meine Chancen suchen will."

Thomas Müller: "Wir haben uns viel vorgenommen und das Tschechien-Spiel analysiert und korregiert. Tschechien hat viel besser verteidigt. Heute haben wir mit spielerischer Eleganz und Gier gespielt. Aber Norwegen hat uns auch gelassen."

zu seiner Vorlage mit der Hacke: "Ich habe im Augenwinkel Timo gesehen und wusste, dass er einen feinen Schuss hat."

Mats Hummels: "Es war eine sehr schöne Reaktion auf alles. Es haben sich heute Zehntausende dagegen gestellt, was da ein paar Idioten am Freitag von sich gegeben haben. Genau so soll es sein, dass die Leute darauf reagieren und zeigen, dass das eine kleine Minderheit war, die aktuell etwas zu groß ist. Wir haben von der ersten Minute an Gas gegeben, hatten direkt nach einer Minute gefühlt die erste Torchance und das wollten wir auch. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, die Fans heute mitzunehmen."

Sami Khedira: "Jeder einzelne war heute hochmotiviert. Der Start war sehr gut, aber wir haben auch nicht nachgelassen. Jeder hatte heute Lust, Fußball zu spielen."

Sebastian Rudy: "Ich denke, es war ein gelungenes Spiel von uns. Wir hatten viele positive Aktionen, das war eine gute Mannschaftsleistung. Ich habe immer versucht mich zu zeigen und anspielbereit zu sein. Ich denke, ich habe mich ganz gut in die Mannschaft eingefügt."

zur Stimmung in Stuttgart: "Das war natürlich ein Traum. Die Fans haben ab der ersten Minute Stimmung gemacht. Das hat mich sehr gefreut, vor allem die Anfeuerungsrufe für Timo Werner, das war natürlich super und ich denke, das haben wir dann auch genutzt."

Reinhard Grindel: "Ich bin beeindruckt von dem feinen Gespür, das das Publikum im Umgang mit Timo Werner hatte. Er hat es mit zwei Toren zurückgezahlt. Das war eine richtig fröhliche, stimmungsvolle Atmosphäre. Das war ein Fußballabend, wie man ihn sich wünscht. Es wäre schön, wenn wir das ab jetzt auch in der Bundesliga und den weiteren Spielen der Nationalmannschaft im In- und Ausland erleben."

Lars Lagerbäck (Trainer Norwegen): "Es war eine Lehrstunde für uns. Deutschland ist ein fantastisches Team, definitiv eines der besten der Welt, sie haben es uns sehr, sehr schwer gemacht. Das Beste ist, dass wir daraus lernen können. Wenn du keine hundertprozentige Mannschaftsleistung hast, ist es schwer gegen so eine Mannschaft."

Rune Jarstein: "Das war beschämend, ich habe mich lange nicht mehr so klein gefühlt. Entschuldigung, Norwegen."

Harvard Nordtveit: "Wir waren nicht gut genug, 6:0 ist einfach zu viel, auch wenn Deutschland Weltmeister ist. Das darf nicht passieren. Wir hatten ein bisschen zu viel Angst."