Längstes Unterseestromkabel der Welt: London und Oslo teilen Energie

·Lesedauer: 1 Min.

BLYTH/KVILLDAL (dpa-AFX) - Mit dem weltweit längsten Unterseestromkabel wollen Großbritannien und Norwegen künftig gemeinsam von erneuerbaren Energien profitieren. Über die rund 700 Kilometer lange Verbindung North Sea Link, die am Freitag eröffnet wurde, fließt einerseits von norwegischen Wasserkraftwerken erzeugter Strom nach Großbritannien, und in die Gegenrichtung kann überschüssige Windenergie abgegeben werden, wie der britische Netzbetreiber National Grid <GB00B08SNH34> mitteilte.

Das 1,6 Milliarden Euro teure Projekt soll dazu beitragen, dass in Großbritannien deutlich weniger fossile Energie verbrannt wird. Bis 2030 werde damit der Ausstoß von 23 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Zunächst ist eine Höchstkapazität von 700 Megawatt geplant, die sich in den kommenden Monaten verdoppeln soll. Dann sollen 1,4 Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden können, wie National Grid weiter mitteilte.

Zwischen Deutschland und Norwegen besteht mit "Nordlink" bereits ein solches Stromkabel durch die Nordsee. Die rund zwei Milliarden Euro teure und insgesamt über 600 Kilometer lange Stromtrasse (gut 500 km als Seekabel) zwischen dem schleswig-holsteinischen Wilster und dem norwegischen Tonstad war Ende Mai offiziell in Betrieb genommen worden. Sie ermöglicht Norwegen den Zugang zu deutschem Windstrom und Deutschland Zugang zu Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken.

Großbritannien setzt bereits seit längerem verstärkt auf erneuerbare Energien, nutzt aber auch weiter Atomkraft. National-Grid-Managerin Cordi O'Hara sprach von einer "wirklich bemerkenswerten Ingenieurleistung". "Wir mussten Berge, Fjorde und die Nordsee durchqueren, um dies möglich zu machen", sagte sie. Mit Blick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow betonte O'Hara, North Sea Link sei ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zweier Länder, um ihre Ressourcen an erneuerbaren Energien zum gegenseitigen Nutzen zu maximieren.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.