Ländervergleich: So wird das Kopftuchtragen in Europas Klassenzimmern geregelt

Nicht nur an Österreichs Schulen könnten Kopftücher bald der Vergangenheit angehören. Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch bundesweit verlangt die FDP nun ebenfalls ein Verbot. Der Parteivorsitzende Christian Lindner hat etwa gemeint, Kindern dürfe kein Kopftuch aufgezwungen werden. Ein Verbot für Mädchen unter 14 sei verhältnismäßig und stärke die Persönlichkeitsentwicklung. Die FDP-Fraktion möchte die Debatte nun in den Bundestag bringen.

Die österreichische Regierung hatte zuletzt angekündigt, Mädchen in Zukunft das Kopftuchtragen verbieten zu wollen, und zwar in Kindergärten und Schulen. Mittlerweile hat auch der Verfassungsdienst die geplante Regelung abgesegnet.

Regelungen in Europa unterschiedlich

In Europa wird die Sache unterschiedlich gehandhabt. In Italien, Belgien oder den Niederlanden etwa dürfen Schulen individuell entscheiden, ob sie einzelne Kleidungsstücke verbieten wollen. Ein generelles Kopftuchverbot gibt es aber nicht.

In Österreich hingegen könnte ein Verbot bereits im nächsten Schuljahr in Kraft treten. In Deutschland und der Schweiz gibt es teilweise Kopftuchverbote für Lehrerinnen, für Schülerinnen aber nicht. 

Gesetze in Frankreich am strengsten

Frankreich legt Wert auf die strenge Trennung von Staat und Religion. Im öffentlichen Dienst herrscht etwa ein generelles Kopftuch- und Verschleierungsverbot. Religiöse Symbole oder Bekenntnisse sind für Staatsdiener in Behörden oder Krankenhäusern tabu. Auch an Schulen gibt es entsprechende Vorschriften. Schüler dürfen im Klassenzimmer weder Kopftuch, noch Kippa oder größere Kreuze tragen. Erlaubt sind nur kleinere religiöse Zeichen.