Ländervergleich: So werden Kinder in Europa aufgeklärt

Nadine Cibu
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Ländervergleich: So werden Kinder in Europa aufgeklärt
  • In Deutschland gibt es keine einheitlichen Regeln zur sexuellen Aufklärung von Kindern 
  • In vielen europäischen Ländern ist eine frühe Aufklärung bereits verpflichtend

Kasperl und Gretel haben sich für einen Spaziergang im Wald verabredet. Um zum Treffpunkt zu gelangen, marschiert Gretel durch eine verlassene Gasse. Plötzlich stoppt eine dunkle Gestalt das Mädchen: “Komm mit mir”, sagt der Mann. Dabei packt er Gretel am Arm. “Nein! Ich möchte das nicht”, erwidert sie willensstark.

“Könnt ihr mir sagen, was hier gerade los war?” 

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Spielerisch sensibilisieren

Das Publikum schweigt. Denn bis auf einige Lehrer und Eltern sitzen nur Grundschüler in den Reihen der Münchner Schule. Mit diesem Puppentheater soll ihnen das Thema sexuelle Belästigung näher gebracht werden. Auch sollen die Kinder verstehen, dass es niemandem erlaubt ist, einfach ihren Körper anzufassen.

Eine Szene, die so an vielen Schulen in Deutschland stattfindet.

Das Problem: Oft wissen Kinder gar nicht, wie sie mit den Informationen umgehen sollen. Denn sie hören in vielen Fällen bei solchen Veranstaltungen zum ersten Mal vom Thema Sexualität. Auf der anderen Seite kommt es vor, dass Kinder zu diesem Zeitpunkt schon sexuelle Belästigung erlebt haben.

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Sexuelle Aufklärung: Deutschland liegt zurück

Denn eine frühe einheitliche Aufklärung gibt es in Deutschland nicht. Das birgt zahlreiche Gefahren – unter anderem eine Traumatisierung durch solche Theateraufführungen. Andere Länder sind uns da weit voraus. 

In Deutschland ist Aufklärung zwar Sache der Schule – aber weiterhin Ländersache. Der Unterricht findet nicht separat, sondern oft fächerübergreifend statt und wird in Biologie, Religion, Deutsch, Heimat- und Sachkunde und anderen Fächern unterrichtet.

Dabei gibt es von...

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