"Lähmung in der Mannschaft"! DHB-Team nach Holperstart erleichtert

SID
·Lesedauer: 1 Min.

Wie seine Halbzeitansprache ausgefallen war? Nach seinem Debüt beantwortete Alfred Gislason diese Frage diplomatisch. "Wir haben es diskutiert", entgegnete der Bundestrainer nach dem ebenso mühevollen wie glanzlosen 25:21 (9:13) der deutschen Handballer gegen Bosnien-Herzegowina.

Beim Auftakt in die EM-Qualifikation hatte der ersatzgeschwächte Außenseiter die DHB-Auswahl zeitweise vor überraschend große Probleme gestellt.

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"Er war insgesamt sehr gefasst. Er war wie wir überrascht. Irgendwie war eine Art Lähmung in der Mannschaft", berichtete Rechtsaußen Timo Kastening über die wenigen Minuten zwischen beiden Spielhälften. Gislason wurde dabei nach eigener Aussage nicht "richtig laut", aber offenbar fand er die richtigen Worte.

Gegen die mit lediglich elf Feldspielern und einem Keeper angereisten Bosnier funktionierte im eigenen Angriff im ersten Abschnitt fast nichts.

Erst nach dem Seitenwechsel liefen die Kombinationen und Abschlüsse endlich besser, die DHB-Männer drehten den Vier-Tore-Rückstand noch zum letztlich verdienten Sieg.

Kastening mahnt: "Das war nichts"

"Wir sind froh, dass wir am Ende überhaupt noch gewonnen haben. Das war heute nichts", sagte Kastening nach dem Geisterspiel in Düsseldorf durchaus kritisch. "Die Bosnier haben uns eingelullt – und uns zu leichten Fehlern eingeladen. Die haben unglaublich viele 'Lulli-Tore' gemacht. Es war mit das komischste Spiel in den letzten Jahren, das ich erleben durfte."

Nichtsdestotrotz steht die deutsche Mannschaft in ihrer Qualifikationsgruppe vorerst an der Spitze. Am Sonntag (15.15 Uhr/ZDF) will sie ihre Position im Duell mit Estland in Tallinn behaupten - und ein anderes Gesicht zeigen: "Wir wollen uns über 60 Minuten steigern. Die Leistung aus der zweiten Halbzeit zu verbessern, wäre meine Idealvorstellung", sagte Gislason.