KVB: Defekte Aufzüge an Kölner Haltestellen nerven Pendler

Am Bahnhof West steht beispielsweise ein Fahrstuhl seit 8. August still.

Mit jedem Tag, an dem Ingrid Herden am Bahnhof West vor dem kaputten KVB-Aufzug steht, der den Bahnsteig mit der Straßenebene und der U-Bahn verbindet, wächst ihr Frust. „Wir sind bemüht, die Störung schnellstmöglich zu beheben“, steht auf dem Schild.

Seit 8. August ist der Fahrstuhl in Fahrtrichtung Friesenplatz zwischen Stadtbahn, Straße und U-Bahn schon außer Betrieb. Es wird nach Angaben der KVB noch vier Wochen dauern, bis er repariert ist. 

„Der Aufzug ist 22 Jahre alt, das defekte Kugellager gibt es nicht mehr. Es muss neu angefertigt werden. Das dauert leider“, sagt KVB-Sprecherin Gudrun Meyer.

Von den 61 Aufzügen des Verkehrsunternehmen waren in dieser Woche fünf außer Betrieb, am Neumarkt konnte die Störung wegen einer defekten Kabinenrolle nach fünf Tagen behoben werden. An der Äußeren Kanalstraße ist vor vier Wochen ein Schleppkabel gebrochen. Auch da hat sich die Ersatzteil-Beschaffung hingezogen. Der Aufzug ist seit vier Wochen kaputt, soll bis Samstag repariert sein.

Diverse Gründe für die Aufzugausfälle

Am Heumarkt steht der Fahrstuhl Richtung Kleine Sandkaul still. Die Elektronik ist seit Samstag defekt. Ein Garantiefall, da muss die Herstellerfirma ran. In Bensberg streikt die Kabine mal wieder wegen eines Steuerungsfehlers. Dieser Schaden soll bis Freitag behoben sein. Am Wiener Platz war ein Aufzug wegen einer kaputten Türsteuerung nur 24 Stunden nicht einsatzbereit.

Die KVB hat vor einem Jahr in einem ersten Schritt die Wartung von 35 der 61 Aufzüge wieder selbst übernommen. Innerhalb eines Jahres sollen auch die restlichen folgen. „Wir haben festgestellt, dass das preiswerter ist und manchmal auch schneller geht als eine Fremdfirma zu beauftragen. Schließlich haben wir das Fachwissen in unserem Unternehmen“, sagt Meyer.

Mit der Übernahme des Service für alle 264 Rolltreppen in den vergangenen fünf Jahren habe man recht gute Erfahrungen gemacht. „Wir sind da deutlich besser geworden.“

Ersatzteile für die älteren Aufzüge auf Vorrat zu bestellen, mache wenig Sinn. „Wir haben so viele verschiedene Aufzugtypen, die Teile sind sehr teuer, das rechnet sich nicht“, sagt die KVB-Sprecherin. Bei manchen müsse man Monate warten, bis sie geliefert werden, weil es sich nicht lohne, nur eines anzufertigen.

Kunden sollten sich vorab informieren

KVB-Kunden, die auf die Aufzüge angewiesen sind, sollten sich vorab im Internet informieren, an welcher Haltestelle es Ausfälle gibt. „Wir bemühen uns, die Liste aktuell zu halten. Manche Störung ist ja schnell behoben.“

Am Bahnhof West leider nicht. „Das ist besonders ärgerlich“, sagt Ingrid Herden. Seit der neue Bahnsteig südlich der Venloer Straße besteht, ist der Weg zum Ausgang über Bahnhofsgebäude deutlich weiter. „Deshalb wird der Aufzug jetzt viel mehr genutzt als früher.“ Die zweite Stufe der Modernisierung mit einem neuen Treppenzugang zum Bahnsteig wird irgendwann nach dem Jahr 2020 beginnen.

Diese Arbeiten sollen im Zusammenhang mit der Erneuerung der Eisenbahnbrücke an der Venloer Straße in Angriff genommen werden. Nach Angaben von Kai Rossmann, Leiter des Bahnhofsmanagement in Köln, befindet sich dieses Projekt derzeit im Planfeststellungsverfahren.

Bis dahin müssen die Pendler aus dem Belgischen Viertel einen Umweg in Kauf nehmen. Und immer noch auf den Aufzug verzichten, der im übrigen so alt ist, dass er im Schneckentempo rauf und runter...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta