Kuwait will weiter Nordkoreaner beschäftigen

Trotz der UN-Sanktionen will Kuwait weiter Visa für nordkoreanische Arbeiter erteilen. Nordkoreaner arbeiten auch in Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten


Das Golfemirat Kuwait will auch weiter Visa für nordkoreanische Arbeiter erteilen. Kuwait habe nie aufgehört Arbeitsvisa an Nordkoreaner auszustellen, hieß es in einer Stellungnahme der kuwaitischen Regierung für die Nachrichtenagentur AP vom Donnerstag. Das US-Außenministerium hatte Kuwait im Juni dafür gelobt, Schritte unternommen zu haben, um die Zahl der Nordkoreaner im Land einzuschränken, die dort täglich 14 bis 16 Stunden unter Bedingungen arbeiteten, die an Zwangsarbeit grenzten.

Die am Sonntag vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen neuen Sanktionen gegen Nordkorea sehen unter anderem vor, dass andere Länder keine weiteren Arbeitskräfte aus Nordkorea mehr einstellen. Die Einkommen von Arbeitern im Ausland sind eine wichtige Geldquelle für die Regierung von Machthaber Kim Jong Un. Kuwaits Emir Sabah al-Ahmad al-Dschabir al-Sabah wird im September zu einem Besuch bei US-Präsident Donald Trump erwartet.

Nordkoreaner arbeiten nicht nur in Kuwait, sondern auch in Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die allesamt US-Verbündete sind. In Kuwait sind den örtlichen Behörden zufolge derzeit mehr als 6000 Nordkoreaner in Baufirmen beschäftigt. Es gebe keine Pläne, sie auszuweisen, hieß es in der Stellungnahme.

Die meisten verdienen nach AP-Recherchen etwa 1000 Dollar (853 Euro) pro Monat. Die Hälfte davon behält die nordkoreanische Regierung ein. Weitere 300 Dollar gehen an die Manager der Baufirmen. Doch selbst die den Arbeitern verbleibenden 200 Dollar sind für Nordkoreaner noch ein guter Lohn, denn er liegt immer noch über dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen in Nordkorea, das auf 1700 Dollar pro Jahr geschätzt wird.