Kuwait richtet internationale Hilfskonferenz zum Wiederaufbau im Irak aus

Kuwait richtet Mitte Februar eine internationale Hilfskonferenz zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Irak aus. Das Treffen in Kooperation mit der Weltbank und Privatunternehmen wird vom 12. bis 14. Februar in Kuwait-Stadt ausgerichtet

Kuwait richtet Mitte Februar eine internationale Hilfskonferenz zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Irak aus. Das Treffen in Kuwait-Stadt finde in Kooperation mit der Weltbank und Privatunternehmen statt, sagte Vize-Außenminister Chaled al-Dscharallah am Montag. Ein Vertreter der irakische Regierung bezifferte den Finanzbedarf auf "mindestens 100 Milliarden Dollar" (83 Milliarden Euro).

"Die Stabilität des Irak ist gleichbedeutend mit der Stabilität Kuwaits und der Region", sagte al-Dscharallah. Kuwait habe trotz der irakischen Invasion im Jahr 1990 eine "moralische und humanitäre" Verantwortung zur Unterstützung des vom jahrelangen Krieg gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gezeichneten Nachbarlandes. Bei der Konferenz soll vom 12. bis 14. Februar auch über die Rolle der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft beim Wiederaufbau beraten werden.

Die irakische Regierung hatte im Dezember den Sieg über die IS-Miliz verkündet. Diese hatte seit 2014 zeitweise ein Drittel des Staatsgebiets unter ihrer Kontrolle, darunter Städte wie Mossul, Tikrit, Ramadi und Falludscha.

Eine gemeinsame Untersuchung mit der Weltbank habe ergeben, dass für den Wiederaufbau "mindestens 100 Milliarden Dollar" benötigt würden, sagte der Generalsekretär des irakischen Kabinetts, Mehdi al-Alak, bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit al-Dscharallah in Kuwait-Stadt. Fünf Millionen Menschen seien durch die IS-Miliz vertrieben worden. Die Hälfte von ihnen sei inzwischen in ihre Heimatregionen zurückgekehrt. "Aber wir brauchen internationale Unterstützung, um den Rest der Vertriebenen zurückzubringen", sagte al-Alak.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kehrten von den insgesamt 5,8 Millionen geflohenen Irakern bis Ende 2017 mehr als 3,2 Millionen in ihre Heimat zurück. Fast jeder dritte von ihnen habe beschädigte oder vollkommen zerstörte Wohnungen vorgefunden, erklärte die IOM vergangene Woche. Nach Angaben der irakischen Regierung wurden auch die Infrastruktur des Landes, darunter Ölanlagen und Verkehrswege, sowie die Industrie und die Wasser- und Stromversorgung in dem Land erheblich beschädigt.

Iraks Außenminister Ibrahim al-Dschaafari hatte Ende November erklärt, die Welt schulde seinem Land einen Marshall-Plan nach dem Vorbild der US-Hilfsprogramms zum Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg.