Kurzzeit-Parken: Die Brötchentaste für den Kölner Süden kommt

Mitte September entscheiden Rodenkirchener Politiker über die Automaten-Umrüstung.

Mit „Brötchentaste“ ist nicht etwa ein Schalter am Toaster gemeint, sondern der grüne Knopf am Parkscheinautomat. Wer ihn drückt, erhält ein Ticket für 15 Minuten kostenfreies Parken.

In der Zeit lassen sich Brötchen besorgen oder die Zeitung vom Kiosk, die Medizin aus der Apotheke, ein paar Blumen. Die Zeit reicht, um die Wäsche von der Reinigung abzuholen oder die reparierte Uhr vom Fachgeschäft oder das Kind von der Ballettschule.

Vorbild Severinstraße

In der Severinstraße funktioniert das System schon seit Jahren – und es wird gut angenommen, hat eine städtische Untersuchung ergeben. Die Stadt will diese Taste für freies Kurzparken laut Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015 jetzt auch in Mittelzentren in Kölner Stadtteilen einführen.

Am 18. September soll die Bezirksvertretung Rodenkirchen darüber entscheiden, an welchen Straßen im Bezirk solche neuen Automaten aufgestellt werden sollen. Eigentlich hatten die Stadtteilpolitiker bereits 2015 mehrheitlich ein positives Votum dazu abgegeben. Die Verwaltung hat diese Aktion jedoch bislang verschoben und jetzt wieder aufgegriffen.

Die „Brötchentaste“ soll das Einkaufen in den Veedeln, etwa in Rodenkirchen, am Höninger Weg in Zollstock oder an der Goltsteinstraße in Bayenthal attraktiver machen. Wolfgang Behrendt, der Vorsitzende der AG Rodenkirchen, in dem Rodenkirchener Geschäftsleute zusammen geschlossen sind, begrüßt das geplante freie Kurzzeitparken.

Sanktionen gegen Dauerparker

„Ich bin für alles offen, was schnelles Einkaufen möglich macht“, sagt er. Viele Autofahrer würden auf dem Weg von der Arbeit nach Hause bei der Durchfahrt durch Rodenkirchen noch schnell anhalten, um hier einzukaufen, glaubt er. Aber er fordert auch „vernünftige Sanktionen“ gegen Dauerparker, die die Kurzzeitparkplätze blockieren würden.

Abgesehen davon gebe es bereits in den Parkhäusern unter dem Maternusplatz und dem Sommershof eine „Brötchentaste“ mit 15 Minuten Freiparken. Das sei offenbar zu wenig bekannt. Für den Vorsitzenden der Bürgervereinigung Rodenkirchen ist die Einführung der Brötchentaste an den Einkaufsstraßen zu kurz gedacht.

Insgesamt müsse es in Rodenkirchen eine attraktive „Komplettbewirtschaftung“ geben. Schon jetzt würden sich etwa die Bewohner des zentrumsnahen Auenviertels beklagen, dass viele Autofahrer ihre Fahrzeuge dort abstellen würden, weil das Parken nichts koste. Kritiker befürchten, dass durch die „Brötchentaste“ noch mehr Verkehr in den Zentren der Stadtteile entstehen könnte.

Dabei sei es doch erstrebenswert, die Zentren weniger autofreundlich, sondern fußgänger- und radfahrfreundlicher zu gestalten. Die Grünen und der Vertreter der Linken hatten 2015 auch aus diesem Grund gegen das freie Kurzzeitparken gestimmt.

Kosten der Umrüstung

Die Brötchentaste soll nur dann eingeführt werden, wenn der Anteil der Geschäfte für den täglichen und kurzfristigen Bedarf mindestens 30 Prozent beträgt. Damit gemeint sind Bäckereien, Metzgereien, Geschäfte für Schreib- und Tabakwaren, Blumengeschäfte, Drogerien, Apotheken.

Das Umrüsten der Parkautomaten würde im Bezirk Rodenkirchen rund 4900 Euro kosten, pro Automat etwa 235 Euro. Mit Einnahmeeinbußen in Höhe von rund 100.000 Euro in ganz Köln rechnet die Verwaltung durch das 15-minütige freie Parken. ...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta