Kurzbotschaftendienst Twitter sagt striktere Vorgaben für politische Inhalte zu

Twitter arbeitet an neuem Verifizierungssystem

Der Kurzbotschaftendienst Twitter will strikter gegen politisch motivierte Inhalte auf seiner Plattform vorgehen, die nicht als solche kenntlich gemacht werden. Unter anderem werde ein Onlinezentrum gegründet, das Informationen über Werbetreibende und ihre Botschaften im Internet zusammentrage, erklärte der Twitter-Manager für Finanzen und Produktentwicklung, Bruce Falck, am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco. Zugleich kündigte er strengere Regeln für solche Inhalte sowie verstärkte Kontollen an.

Twitter verlange nun von seinen Nutzern, dass sie es kenntlich machen, wenn sie sich im Rahmen einer Wahlkampagne äußern. Um solche Inhalte noch klarer von privaten Meinungsäußerungen abzuheben, würden sie künftig auch optisch mit einem "visuellen Hinweis auf politische Werbung" kenntlich gemacht.

Nach der US-Präsidentschaftswahl im vergangenen November war deutlich geworden, dass russisch finanzierte Inhalte in Online-Netzwerken gezielt platziert wurden, um die Wahl zugunsten des Rechtspopulisten Donald Trump zu beeinflussen. Twitter sowie Facebook bestätigten bereits, russisch finanzierte Inhalte entdeckt zu haben. Auch bei dem Internet-Riesen Google soll dies laut einem Bericht der "Washington Post" der Fall sein.

Der US-Kongress hat Internetkonzerne für den 1. November zu einer Anhörung eingeladen. Einige Senatoren haben bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Pflicht zur Offenlegung der Quellen politischer Kampagnen vorsieht. Die Parlamentarier sehen darin eine Frage der nationalen Sicherheit. Vorgesehen ist, dass Internetplattformen mit mindestens 50 Millionen Nutzern bei Werbekunden, die Anzeigen für Kandidaten oder politische Vorhaben im Wert von mindestens 500 Dollar schalten, Informationen über diese sammeln und öffentlich machen müssen.

Der Demokrat Mark Warner, der an der Gesetzesinitiative beteiligt ist, lobte die Ankündigungen von Twitter in dem Kurzbotschaftendienst als "guten ersten Schritt".