Kurz vor Olympia: Steinmeier erinnert an deutsche Wiedervereinigung in Seoul

Kurz vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang hat Bundespräsident Frank Walter Steinmeier den südkoreanischen Staatschef Moon Jae-in in Seoul getroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Bedrohung durch Nordkoreas atomare Aufrüstung. Steinmeier und sein Gastgeber meinten, man solle Hoffnung auf einen Dialog mit Pjöngjang haben.

Die Teilnahme Nordkoreas an Olympia in Südkorea ist dem Bundespräsidenten zufolge "zumindest ein kleines Zeichen, das dem Geist der Olympischen Idee entspricht" - er warnte jedoch vor Illusionen.

Steinmeiers Besuch sei "sehr bedeutungsvoll", weil Deutschland in der Vergangenheit Teilung und Wiedervereinigung erlebt habe, so Moon Jae-in. Die deutsche Wiedervereinigung sei ein "großes Vorbild" für Südkorea.

Der Bundespräsident hatte auch ein Geschenk dabei: Er hat Moon ein Porträt des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt übergeben. Brandt habe "mit seiner mutigen Ostpolitik den Weg zur deutschen Wiedervereinigung gebahnt", sagte er. "Bei jedem Besuch in Korea werden wir Deutsche daran erinnert, welches Glück uns mit der Wiedervereinigung zuteil wurde."

Am Freitag nimmt Steinmeier zusammen mit anderen Staatschefs an der Olympia-Eröffnungsfeier teil. Nordkorea hat 22 Sportler zu den Winterspielen geschickt . Darunter sind zwölf Eishockeyspielerinnen für eine gemeinsame Mannschaft mit dem Nachbarland im Süden der geteilten Halbinsel.

Außerdem hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un angekündigt, dass seine jüngere Schwester Kim Yo Jong nach Pyeongchang kommen wird. Beides wird als Zeichen der Annäherung zwischen den verfeindeten Staaten gewertet.