Kurz vor Rio-Karneval Razzia von Polizei und Soldaten in Favelas

Wenige Tage vor dem offiziellen Karnevalsbeginn in Rio de Janeiro haben mehr als dreitausend Polizisten und Soldaten eine Razzia im Elendsviertel Stadt Gottes unternommen. Auf der Suche nach Kriminellen gab es mehrere Festnahmen

Wenige Tage vor dem offiziellen Karnevalsbeginn in Rio de Janeiro haben mehr als 3000 Polizisten und Soldaten eine Razzia im Elendsviertel "Stadt Gottes" unternommen. Soldaten der drei Streitkräftegattungen Armee, Marine und Luftwaffe riegelten die Favela am Mittwoch im Morgengrauen ab, blockierten Straßen in der Umgebung und sperrten den Luftraum. Schwerbewaffnete Polizeikräfte rückten unterdessen auf der Suche nach Gewaltverbrechern und Rauschgifthändlern in den im Westen der Metropole gelegenen Stadtteil vor.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah auch im Innern der Favela mit ihrem Straßenlabyrinth Soldaten. An "jeder Straßenecke" waren demnach Polizisten oder Soldaten zu sehen. Im Laufe des Vormittags gab es nach Polizeiangaben zehn Festnahmen. Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten demnach Waffen und Drogen. Auf der Nachrichten-Internetseite G1 hieß es, bei Razzien zur Ergreifung mehrerer Bandenchefs seien 22 Verdächtige festgenommen worden, darunter sieben Minderjährige.

Am Dienstag hatte es in der Favela Maré heftige Schusswechsel zwischen Polizisten und Drogenhändlern gegeben. Dabei wurde ein 13-Jähriger getötet. Aus Protest zündeten Favela-Bewohner Autoreifen an und verhinderten damit die Zufahrt über drei Hauptstraßen ins Zentrum von Rio.

Der weltberühmte Karneval beginnt offiziell am Freitag und erreicht am Sonntag seinen Höhepunkt mit den farbenfrohen Paraden der Samba-Schulen. Dazu werden 1,5 Millionen Touristen erwartet.