Kurz vor dem G-20-Gipfel hat Putin eine unerwartete Botschaft an Deutschland

Marleen Stollen
Kurz vor dem G-20-Gipfel hat Putin eine unerwartete Botschaft an Deutschland

Der russische Präsident Wladimir Putin hat kurz vor seiner Abreise zum G20-Gipfel in Hamburg einen Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ verfasst. Darin äußert er seine Einstellung zu den zentralen G-20-Themen — und dürfte damit im Kanzleramt in Berlin für Überraschung gesorgt haben.

„Wir teilen die Prioritäten der deutschen Präsidentschaft und sind bereit, an ihrer Umsetzung mitzuarbeiten“, lautet seine Ankündigung. Mit Rückendeckung aus dem Kreml hat Bundeskanzlerin Angela Merkel so kurz vor dem G-20-Gipfel sicherlich nicht gerechnet — zumal die Wirtschaftssanktionen gegen Russland in den vergangenen Monaten weiter für eine diplomatische Eiszeit zwischen Berlin und Moskau gesorgt haben.

Das Ende des Protektionismus

Die G20 sei ein effektives Instrument des globalen Krisenmanagements und der bevorstehende Gipfel müsse zum Ziel haben, den Protektionismus aufzuhalten, schreibt Putin. Denn dieser bringe „einseitige, politisch motivierte Sanktionsbeschränkungen bei Investitionen, Handel und insbesondere Technologietransfer“ mit sich. Diese bezeichnet der russische Staatschef als perspektivlos und weist darauf hin, dass sie zudem „den G20-Grundsätzen zum Zusammenwirken im Interesse aller Länder der Welt“ widersprechen. Damit kritisiert er die gegen sein Land im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen des Westens. 

„Ich bin der Überzeugung, dass nur offene, auf einheitlichen Normen und Standards basierende Handelsverbindungen das Wachstum der globalen Wirtschaft stimulieren und eine fortschreitende Entwicklung zwischenstaatlicher Beziehungen fördern können“, so Putin.

Der isolierte US-Präsident

Mit dieser Aussage wendet er sich klar gegen die Politik des US-Präsidenten Donald Trump. Dieser setzt seit seiner Wahl alles daran, ausländische Konkurrenz amerikanischer Unternehmen auf dem Binnenmarkt zu benachteiligen. Putins Bekenntnis steht allerdings einer Studie des amerikanischen „Global Trade Alert Report“ zufolge im Widerspruch zur Realpolitik des Kreml. Darin gehört Russland neben den USA zu den fünf Staaten, die am häufigsten die Handelsinteressen anderer Länder beeinträchtigen.

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