Kurz bei Macron: Lob und ein Rüffel

Es war kein Zufall, dass Sebastian Kurz Frankreich als Ziel der ersten Auslandsreise seiner Kanzlerschaft auswählte. Kurz und Emmanuel Macron, beides Vertreter einer neuen Politikergeneration, möchten Europa verändern und betonten, in dieser Hinsicht an einem Strang ziehen zu wollen.

„Österreich ist ein pro-europäisches Land, wir haben eine pro-europäische Regierung, die aktiv mitgestalten möchte, an einem besseren Europa gemeinsam arbeiten möchte. (...) Es kann für uns alle nur von Vorteil sein, wenn wir eine Europäische Union haben, in der es eine stärkere Kooperation in den großen Fragen gibt und gleichzeitig ein Sich-Zurücknehmen stattfindet, in Fragen, wo Nationalstaaten oder Regionen auch alleine entscheiden können", so Kurz.

Macron hatte in einer Rede im September eine Neugründung der Europäischen Union gefordert. Mit Kurz scheint er in dieser Frage einen Verbündeten gefunden zu haben.

„Eine der Herausforderungen dieses Jahres wird sein, unter den Staats- und Regierungschef für die Marschroute zu werben, mit der eine Neugründung der Europäischen Union ausgestaltet werden kann", sagte Macron. „Darüber haben wir lange gesprochen - und über das Vorhaben eines Europas, das demokratischer, einiger und souveräner ist. Ich habe mit großer Freude festgestellt, dass der Kanzler nicht nur interessiert, sondern entschlossen ist, sich für eine stärkere Bürgerbeteiligung einzusetzen, um dieses demokratischere Europa mit Leben zu füllen. Das gehört zu unseren Wünschen für die kommenden Monate", erläuterte Frankreichs Staatspräsident.

Kritische Töne schlug Macron in Bezug aufs Kurz' Koalitionspartner, die FPÖ, an. Seine Befürchtungen habe er dem Kanzler offen vorgetragen, sagte der französische Präsident.