Kursrisiken bei Anleihen

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt


Raus aus Anleihen, rein in Aktien: Anleger werden immer risikofreudiger. Darauf deuten die stetig steigenden Aktien- und fallenden Anleihekurse hin. Wer Anleihen hält, erleidet Verluste. Doch für Neuanleger verbessern sich die Aussichten in homöopathischen Dosen, weil die Renditen steigen. Alles eine Frage der Perspektive. Noch sind die Zinsen viel zu niedrig, als dass Anleihen fürs Musterdepot geeignet erscheinen. Aber das wird sich bei weiter steigenden US-Zinsen und einer Abkehr der europäischen Zentralbank von ihrer Nullzinspolitik hoffentlich noch ändern.



Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen


Der Portfoliomanager Paul Rogojan hat neulich einen interessanten Kommentar zu seinem „ROGO US Value“-wikifolio geschrieben. Unter anderem geht es dabei darum, dass es bei den regelbasierten Strategien extrem wichtig sei, die Schwächephasen, welche fast unausweichlich bei jedem Ansatz früher oder später auftreten, ausstehen zu können. Viele Investoren seien entweder aufgrund des Investoren- bzw. Performancedrucks oder aus psychologischen Gründen nicht in der Lage, die schwierigen Phasen zu meistern und steigen auf andere Strategien um. Wir sind mit Herrn Rogojan absolut einverstanden, dass eine konsequente und unemotionale Umsetzung des ausgewählten Ansatzes eine unabdingbare Voraussetzung des Anlageerfolgs ist.



Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank


Die Rentenmärkte in den etablierten Märkten stehen im Zeichen divergierender Geldpolitik der Notenbanken. Wann sich das ändert und somit in Deutschland die Renditen wieder anziehen, hängt stark von dem geldpolitischen Pfad der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr ab. Anleihen gelten in der Wahrnehmung der meisten Anleger im Gegensatz zu Aktien als die sicherere Anlageform. Daran dürfte sich auch 2018 nichts ändern. Das kommende Jahr hält für Anleger an den Rentenmärkten unseres Erachtens auch Risiken parat. Für die europäischen Rentenmärkte muss sich der Anleger im mittleren und längeren Laufzeitbereich schon in 2018 auf leichte Kursverluste einstellen, denn schon bei moderat niedrig steigenden Zinserwartungen am Markt entstehen Kursrisiken, sofern der Anleger die Anleihe nicht bis zur Endfälligkeit hält.



Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Die vollständigen Depots finden Sie hier: Handelsblatt-Depot, Social-Trading-Depot, Privatbank-Depot.