Kursgewinne in Asien und den USA geben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt Rückenwind. Im Fokus: die Aktie von Daimler.

Kursgewinne in Asien und den USA geben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt Rückenwind. Im Fokus: die Aktie von Daimler.


Die Unsicherheit über den neuen Großaktionär aus China hat am Montag die Anteilseigner von Daimler umgetrieben. Die Aktien des Stuttgarter Autobauers waren mit einem Kursabschlag von rund einem Prozent zeitweise der größter Verlierer im Dax, der anfangs sogar 12.601 Punkte erreichte. Der Einstieg des chinesischen Konzerns Geely bei Daimler werfe zahlreiche Fragen auf, schrieb Analyst Philippe Houchois von der US-Bank Jefferies in einem Aktienkommentar. Vor allem sei unklar, welche Strategie Geely-Haupteigner Li Shufu verfolge und ob er einen Sitz im Aufsichtsrat anstrebe. Zum Handelsschluss lag die Daimler-Aktie 0,3 Prozent im Minus.

Andere deutsche Autoaktien lagen dagegen im Plus. Volkswagen legten um rund 2,1 Prozent zu, BMW rückten um 0,8 Prozent vor. Der Geely-Einstieg bei Daimler zeige, dass ausländische Investoren an deutsche Unternehmen interessiert seien und das aktuelle Bewertungsniveau als attraktiv sähen, sagte Kapitalmarktanalyst Orlando Rodrigues von der Privatbank Donner & Reuschel. Die Titel von des schwedischen Autoherstellers Volvo, an denen Geely ebenfalls beteiligt ist, notierten 0,7 Prozent schwächer.


Geely hatte am Freitag mitgeteilt, 9,69 Prozent an Daimler zu halten und will nach eigenen Aussagen eine Allianz schmieden für selbstfahrende Autos und dem Ausbau der Elektromobilität. Eine Aufstockung der Beteiligung sei zunächst nicht geplant, ließ Li Shufu am Wochenende wissen. „Das dämpft weitere Übernahmefantasien und könnte ebenfalls ein Grund für das Kursminus sein“, sagte ein Händler. Mit dem Engagement von Geely bei Daimler sei außerdem schon länger gerechnet worden.

Der deutsche Leitindex Dax hielt sich im Handelsverlauf stets im Plus und ging bei 12.527 Punkten aus dem Handel (plus 0,4 Prozent) „Sollte dem Leitindex nun ein nachhaltiger Sprung über das Niveau von 12.500 Punkten gelingen, würde dies eine Erholung in Richtung der 13.000er Marke signalisieren“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Im Fokus stand am Montag auch die Aktie der Deutschen Bank. Das Institut hat den offiziellen Startschuss für den milliardenschweren Börsengang ihrer Vermögensverwaltungs-Tochter DWS gegeben. „Der geplante Börsengang gibt uns die Möglichkeit, das volle Potenzial der DWS für unsere Kunden und Mitarbeiter auszuschöpfen“, sagte DWS-Chef Nicolas Moreau am Montag. DWS legte sich weiterhin nicht auf einen genauen Termin fest.

Von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz dauert es aber normalerweise nur vier Wochen, so dass der Vermögensverwalter noch vor Ostern an der Frankfurter Börse gelistet sein kann. Der Erlös aus der Emission kommt allein der Deutschen Bank zu, DWS geht leer aus. Zum Volumen hielt sich das Geldhaus bedeckt. Finanzkreisen zufolge will die Deutsche Bank 25 Prozent an der DWS abgeben und damit 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro einnehmen. Die Aktie der Deutschen Bank notierte am Montag zum Handelsverlauf 0,2 Prozent im Plus.


Die deutschen Exporteure haben ihre Geschäftserwartungen im Februar wegen des starken Euro den dritten Monat in Folge zurückgeschraubt. Das entsprechende Barometer sank um 1,7 auf 14,8 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 2700 Unternehmen mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2017. „Trotz guter Konjunktur im Euro-Raum drückt der starke Euro auf die Stimmung“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Gemeinschaftswährung kostet derzeit mit gut 1,23 Dollar rund 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, was deutsche Waren in wichtigen Abnehmerländern wie den USA verteuert.

„Die Entwicklung in den einzelnen Industriebranchen verlief sehr heterogen“, sagte Fuest. Zusätzliche Impulse vom Auslandsgeschäft erwarten demnach Unternehmen aus den Bereichen der Elektronik, Chemie und Metallerzeugung sowie die Möbelhersteller. Mit weniger Zuwächsen rechnen hingegen Betriebe aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau. Die Nahrungs- und Genussmittelhersteller gehen von einem unveränderten Exportgeschäft aus.

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